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Mehr Schulden : IWF-Chefin bemängelt Trumps Steuerreform

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Aufpassen, dass die Schulden nicht zu groß werden - IWF-Chefin Christine Lagarde mahnt Washington. Bild: EPA

Donald Trump hat die Steuern für Unternehmen gesenkt und mehr Ausgaben angekündigt: Nun kommt auch vom Internationalen Währungsfonds der Hinweis, dass das vielleicht keine so gute Idee ist.

          Nach vielen Ökonomen und dem Vorstandsvorsitzenden der Investmentbank Goldman Sachs hat nun auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds Kritik an der Finanzpolitik Donald Trumps vorgebracht. Die Steuerreform werde kurzfristig zwar die amerikanische Wirtschaft beflügeln, sagte Christine Lagarde dem französischen Fernsehsender France 2. Mittelfristig seien aber negative Effekte zu erwarten.

          Der Grund: Das Vorhaben werde die Staatsverschuldung in die Höhe treiben. Ferner dürfte die amerikanische Notenbank Federal Reserve womöglich schneller die Zinsen anheben, ergänzte die Währungsfonds-Direktorin. Der australische Zentralbankchef Philip Lowe nannte die Aussicht auf steigende amerikanische Haushaltsdefizite „sehr problematisch“.

          In dieser Woche hat bereits der Chef der Investmentbank Goldman Sachs ungewohnt deutlich klargemacht, dass er die Steuerreform zumal in Kombination mit höheren durch zusätzliche Schulden finanzierten Ausgaben für fragwürdig hält. „Das ist nicht das, was ich tun würde“, sagte der Sachs, Lloyd Blankfein dem Finanzdienst Bloomberg. Und er fügte hinzu: „Ich denke, es ist sehr gewagt, mehr brennbare Flüssigkeit in ein Feuer zu schütten, das bereits brennt.“

          In einer neuen Umfrage bezeichneten auch die meisten Ökonomen die Steuerreform als eher schlecht. Von den 50 regelmäßig vom Finanzdienst Reuters befragten Fachleuten äußerten sich ungefähr 90 Prozent dahingehend. Auch sie sagten, dass der Schritt das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr stützen werde. Der Zeitpunkt sei aber ungünstig, da in den Vereinigten Staaten bereits Vollbeschäftigung herrsche. Daher wäre es sinnvoll, die Konjunkturanreize zurückzufahren statt sie zu verstärken, erläuterte beispielsweise Jim O’Sullivan vom Forschungsinstitut High Frequency Economics.

          Aus Sicht der Experten wird der Anstieg des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr 2018 nun etwas höher ausfallen. Im Schnitt rechnen sie mittlerweile mit einem Plus von 2,7 Prozent. Während der entsprechenden Umfrage im Januar lautete die Prognose noch auf im Schnitt 2,6 Prozent. Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) rief die Europäer dazu auf, eine passende Antwort auf die amerikanische Steuerreform zu finden.

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