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Nach Währungsschwankungen : IWF an Türkei: Solide Wirtschaftspolitik bitte

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Die türkische Fahne hängt an einer Moschee in Istanbul. Bild: dpa

Braucht die Türkei Hilfe? Der IWF mahnt das Land. Sein Finanzminister sagt, wieso er ohne Unterstützung des Währungsfonds auskommen wird.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die türkische Regierung zu einer stabilen Wirtschaftspolitik gemahnt. „Im Lichte der jüngsten Marktschwankungen muss die neue Administration ihr Bekenntnis zu solider Wirtschaftspolitik zeigen, um makroökonomische Stabilität zu fördern und Ungleichgewichte zu reduzieren“, sagte ein IWF-Sprecher in Washington. Die Notenbank müsse vollends unabhängig arbeiten, um ihrem Auftrag, Preisstabilität zu gewährleisten, gerecht werden zu können.

          Der Sprecher bestätigte, dass es bisher keine Anfragen aus Ankara gibt, Unterstützung aus einem der Krisenprogramme des IWF zu erhalten. Der Fonds beobachtet die Türkei wie jedes andere Mitgliedsland im Zuge routinemäßiger Überprüfungen. Bereits während der jüngsten dieser Konsultationen, veröffentlicht Ende April, hatte der Fonds darauf hingewiesen, dass in der Türkei erhebliche Ungleichgewichte herrschten, die bekämpft werden müssten, und dass die Wirtschaft klare Zeichen von Überhitzung aufweise.

          Finanz- und Wirtschaftsexperten in aller Welt hatten darauf hingewiesen, dass eine Finanzhilfe des IWF ein Mittel sein könnte, um dem Land zu kämpfen. Der Kurs der Währung Lira ist seit Jahresbeginn deutlich gefallen gegenüber dem Dollar und dem Euro. Zugleich ist die Teuerungsrate deutlich gestiegen auf zuletzt 16 Prozent.

          Die türkische Führung hat derweil nach eigenem Bekunden nicht vor, Hilfe des IWF wegen der jüngsten Währungskursschwankungen anzufragen. Das Land werde seine Haushaltsziele durch eine straffere Ausgabenpolitik erreichen, sagte Finanzminister Berat  Albayrak, der Schwiegersohn des Staatspräsidenten Erdogan, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Investoren. Der Fokus liege zudem darauf, ausländische Direktinvestitionen ins Land zu holen –  wie zuletzt die Zusagen des Emirats Qatar.

          Zum Streit mit den Vereinigten Staaten sagte er, auf der ganzen Welt seien viele Länder mit amerikanischen Sanktionen konfrontiert. Die Antwort darauf sollten koordinierte Schritte sein. Die Türkei werde durch diese Phase zusammen mit anderen Ländern wie Deutschland, Russland und China navigieren.

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