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IW-Studie : Privatschulen führen mehr Schüler zum Abitur

  • -Aktualisiert am

Die Zahl der Schüler an Privatschulen steigt Bild: Daniel Pilar

Privatschulen schneiden nicht nur beim Pisa-Test besser ab als die öffentlichen Schulen. Ihre Schülerzahl steigt. Trotzdem werden die staatlichen Einrichtungen finanziell privilegiert, so eine Studie.

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          Privatschulen sind häufig erfolgreicher als staatliche Einrichtungen und werden auch deshalb immer beliebter. Dennoch werden öffentliche Schulen finanziell privilegiert. Zu diesem Ergebnis gelangt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie, die Institutsdirektor Michael Hüther am Montag in Berlin vorstellte.

          Um die Benachteiligung der privaten Schulen zu beenden, forderte er die Ausgabe von Schulgutscheinen. Der Wettbewerb zwischen privatwirtschaftlich geführten, aber öffentlich finanzierten Bildungsanbietern werde sich als „leistungsstimulierend“ erweisen. Nach Berechnungen der Kölner Wissenschaftler liegt die Abiturientenquote an Privatschulen in zwölf Bundesländern um mindestens 10 Prozentpunkte höher als in staatlichen Schulen, in acht Bundesländern ist die Quote der Privaten sogar doppelt so hoch. Auch im internationalen Bildungsvergleich („Pisa-Studie“) schnitten die Privatschulen besser ab.

          Gegenüber den öffentlichen Schulen benachteiligt

          Von 1992 bis 2005 hat sich daher die Zahl der Privatschüler um gut 43 Prozent von 450.000 auf 640.000 erhöht, während die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen stagnierte. Der Anteil der Privatschüler an allgemeinbildenden Schulen wuchs dadurch von 4,8 auf 6,7 Prozent. Er liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder von 15,1 Prozent. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie Hamburg, Bremen, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen sind Privatschulen überdurchschnittlich stark verbreitet.

          Trotz dieser Erfolge und der staatlichen Pflicht, sie finanziell ausreichend zu unterstützen, würden die Ersatzschulen oft gegenüber den öffentlichen Schulen benachteiligt, rügte Hüther. So erhielten die Privatschulen - Förderschulen ausgenommen - im Durchschnitt der Bundesländer einen staatlichen Zuschuss von 3800 Euro je Schüler, während an öffentlichen Schulen für jeden Schüler 4900 Euro ausgegeben wurden.

          Dadurch habe der Fiskus (Stand: 2002) insgesamt 870 Millionen Euro gespart. Die tatsächliche Entlastung des Staates sei sogar noch höher, weil von der kameralistischen Ausgabenberechnung ein erheblicher Teil der Kosten systematisch untererfasst werde. Insgesamt spare der Staat sogar 1,7 Milliarden Euro, unter Einbeziehung der privaten beruflichen Schulen 2,3 Milliarden Euro.

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