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Italienische Zentralbank : Touristen im Vatikan können nicht mehr mit Karte zahlen

Die elektronischen Kartenterminals werden bislang von der Deutschen Bank Italia betrieben. Bild: dpa

Die italienische Zentralbank hat im Vatikan einen vorläufigen Stopp für Kartenzahlungen verhängt. Grund dafür sollen Anti-Geldwäsche-Vorschriften sein.

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          Der Vatikan hat seit Jahresanfang neuen Unbill mit der italienischen Bankenaufsicht. Den Besuchern und Kunden musste mitgeteilt werden, dass im neuen Jahr innerhalb der Grenzen des Vatikanstaates nicht mehr mit Kreditkarten oder EC-Karten bezahlt werden darf. Nur noch elektronische Kundenkarten der Vatikanbank werden im Moment angenommen. Diese neue Einschränkung des Zahlungsverkehrs mit Italien und anderen Ländern hat ihren Ursprung in der italienischen Zentralbank, die auch als oberstes Organ der Bankenaufsicht in Italien fungiert. Betroffen von der Verfügung sind unter anderem die Vatikanischen Museen, die jedes Jahr rund 5 Millionen Besucher zählen, daneben auch Einrichtungen des Vatikans, die auch von italienischen Staatsbürgern genutzt werden.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bisher wurden die elektronischen Kartenterminals von der Deutschen Bank Italia betrieben, einer rechtlich eigenständigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, die unter der Aufsicht der Banca d’Italia steht. Die Kartenterminals waren im Vatikan installiert, als handele es sich um italienisches Staatsgebiet, und jahrelang war diese Situation offenbar geduldet worden. 2012 hatte die Deutsche Bank dann bei den italienischen Bankenaufsehern den Antrag auf Genehmigung der Kartenterminals im Ausland gestellt, der aber von der Banca d’Italia abgelehnt wurde. Rechtlich gesehen ist dabei der Vatikan nicht nur Ausland, sondern ein Staat außerhalb der europäischen Vorschriften für Bankbetrieb und Bankenaufsicht. Daher gelten nicht die Regeln auf Gegenseitigkeit, die Bankgeschäfte einer europäischen Bank innerhalb der EU erlauben.

          Für den Vatikan ist diese Situation sehr misslich, weil es bisher möglich war, Dienstleistungen und Produkte innerhalb des Vatikans zu verkaufen, für die dann auf italienischen Konten der Deutschen Bank Italia Einnahmen gutgeschrieben wurden. Dabei können größere Beträge zusammenkommen, wenn die Jahreseinnahmen der Vatikanischen Museen von 2011 in Höhe von 91 Millionen Euro als Maßstab herangezogen werden. Den Kunden wurden die elektronischen Zahlungen abgebucht, als hätten sie in Italien eingekauft. Nun wird der Vatikan in Geldgeschäften noch mehr von der Außenwelt abgeschottet, weil die Vatikanbank Ior selbst nicht an die Systeme für den europäischen elektronischen Zahlungsverkehr angeschlossen ist. Die dafür nötige Überprüfung der vatikanischen Regeln gegen Geldwäsche im Jahr 2012 durch die zuständige internationale Organisation „Moneyval“ ergab, dass nur 9 von 16 geforderten Kriterien erfüllt wurden.

          Theoretisch könnte der Vatikan nun eine Gesellschaft für den Verkauf von Dienstleistungen und Produkten auf italienischem Boden gründen und diese mit der Abwicklung der Geschäfte beauftragen. Doch dann würden italienische Steuern fällig. Anderenfalls wäre es theoretisch denkbar, dass der Vatikan eine nichtitalienische Bank zur Gründung einer Tochtergesellschaft auf seinem Staatsgebiet einlädt. Doch dann hätte die Vatikanbank plötzlich Konkurrenz und die Einkäufe der Italiener wären als Auslandstransaktionen sichtbar.

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