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Finanzpolizei ermittelt : Italien fordert von Google Steuernachzahlung von 200 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Die italienische Finanzpolizei verdächtigt Google offenbar, in größerem Stil Steuern hinterzogen zu haben. Die Behörden fordern Nachzahlungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro.

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          Google soll in Italien nach Angaben aus Ermittler-Kreisen massiv Steuern hinterzogen haben. Es gehe um die Jahre 2009 bis 2013 und um 227 Millionen Euro, sagte mit den Ermittlungen Vertraute am Donnerstag. Der Ermittlungsbericht solle Google noch im Tagesverlauf zugestellt werden. Ein Google-Sprecher sagte: „Google hält sich an die Steuer-Regeln in jedem Land, in dem wir arbeiten. Wir arbeiten mit den zuständigen Behörden weiter zusammen.“

          Den Angaben zufolge muss Google 200 Millionen Euro an Steuern für Einnahmen nachzahlen, die Google Italia als „Gebühren“ an den Mutterkonzern überwies. Dazu kommen Steuern auf nicht angegebene Gewinne in Höhe von 100 Millionen Euro: Bei einer Körperschaftssteuer von 27,5 Prozent in Italien sind das 27,5 Millionen Euro. Macht insgesamt 227,5 Millionen Euro.

          Der Verdacht trifft Google in einer Zeit, in der Steuervermeidungsstrategien von Konzerne wieder in den Fokus rücken. Am Donnerstag stellte auch EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici einen Plan vor, mit dem Steuerschlupflöcher gestopft werden sollen. Auch die G20-Staaten und die OECD schließen in dieser Woche erste Vereinbarungen im Kampf gegen Steuervermeidung.

          Google hatte für 2014 rund 2,2 Millionen Euro Steuern bei Erlösen von 54,4 Millionen Euro in Italien ausgewiesen. Die Behörden gehen aber davon, dass Googles tatsächliche Umsätze im Land um ein vielfaches höher sind. Das Steuerrecht bietet den Unternehmen jedoch häufig Gestaltungsmöglichkeiten, um etwa Gewinne aus einem Land dann in Niedrigsteuerländern auszuweisen.

          Zuletzt hatte Google in Großbritannien zugestimmt, rund 170 Millionen Euro an Steuern nachzuzahlen. Die oppositionelle Labour Party nannte die Summe zu gering, angesichts der tatsächlichen Gewinne des Konzerns im Land.

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