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Schwache Wirtschaft : Italien senkt Wachstumsprognose drastisch

  • Aktualisiert am

Italiens Wirtschaftsminister Giovanni Tria muss mit weniger Wachstum auskommen. Bild: Reuters

Italien erwartet nur noch minimales Wirtschaftswachstum. Bisher rechnete die Regierung mit 1,0 Prozent, jetzt geht sie nur noch von 0,2 Prozent aus. Damit bricht sie wohl auch ein Versprechen gegenüber der EU-Kommission.

          Die italienische Regierung hat für das laufende Jahr ihre Wachstumsprognose drastisch gesenkt. Das Kabinett verabschiedete am Dienstag das sogenannte Wirtschafts- und Finanzdokument (DEF), in dem die Finanzziele festgelegt werden. Demnach wird nur noch ein minimales Wachstum der Wirtschaftsleistung (BIP) um 0,2 Prozent erwartet. Zuvor lag die Prognose für diesen Zeitraum bei 1,0 Prozent. Das DEF ebnet den Weg für den Haushaltsentwurf 2020.

          Für das laufende Jahr rechnet Rom darüber hinaus mit einem Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Regierung hatte sich gegenüber der EU-Kommission allerdings verpflichtet, ein Defizit von 2,04 Prozent einzuhalten. Mit Verweis auf die mit der EU-Kommission „vereinbarte Flexibilität“ rechne die Regierung aber damit, die EU-Regeln nicht zu verletzen.

          Bereits in den vergangenen Tagen war an den Finanzmärkten über eine Absenkung der Wachstumsprognose spekuliert worden. Wenige Stunden vor dem Regierungstreffen in Rom hatte der Internationale Währungsfonds noch erklärt, dass für Italien ein Wachstum von 0,1 Prozent und ein Haushaltsdefizit von 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet werde. Italien war 2018 als einziges Land der EU in eine Rezession gerutscht. Ende März hatte Italiens Wirtschaftsminister Giovanni Tria bereits drauf hingewiesen, dass die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Europäischen Union in diesem Jahr eher stagniert. Tria hatte gesagt, Italien steuere "auf ein Nullwachstum zu".

          Die verschlechterten Aussichten für die italienische Volkswirtschaft sind zum Teil Folge eines weltweiten Konjunkturabschwungs. Nach Einschätzung von Volkswirten wirkt sich aber die Wirtschaftspolitik der Regierungskoalition aus der rechten Partei Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) negativ aus. Sie hat zum Beispiel eine teure Rentenreform und neue Sozialleistungen beschlossen.

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