https://www.faz.net/-gqe-901m0

Italien : In Rom wird das Wasser knapp

Rom legt kleine Brunnen teils still. Bild: dpa

Der italienischen Hauptstadt geht das Wasser aus. Nun wird täglich für acht Stunden das Wasser abgestellt.

          1 Min.

          In der italienischen Hauptstadt soll ab Ende Juli endgültig Wassernotstand herrschen. Vom kommenden Freitag an soll die Wasserversorgung täglich für acht Stunden abgestellt werden. Die Uhrzeit soll in den verschiedenen Stadtvierteln rotieren.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Der Wassernotstand hat verschiedene Ursachen: Zum einen hat es 2017 weit weniger geregnet als in anderen Jahren, weshalb die Wasserreserven weitaus geringer sind als in anderen Jahren. Zum anderen versickern in Rom nach Angaben des Wasserversorgers 44 Prozent des Trinkwassers im Boden, weil die gut 50 Jahre alten Leitungen so alt und löchrig sind. Auslöser für die Wasserkrise ist die Ankündigung des Präsidenten der Region Latium, Nicola Zingaretti, dass der römische Wasserversorger vom kommenden Wochenende an kein Wasser mehr aus dem Reservebecken des Sees von Bracciano entnehmen darf.

          Der See liegt etwa 60 Kilometer von Rom entfernt, ist bis zu 160 Meter tief und hat in normalen Zeiten eine Oberfläche von 57 Quadratkilometern. Doch nun ist dort der Wasserspiegel um eineinhalb Meter gefallen und die Bürgermeister rund um den See schlagen Alarm wegen des sinkenden Grundwasserspiegels. Rom darf angeblich bis zu einem Wasserstand von 1,16 Meter unter Normal Wasser entnehmen. Doch der Geschäftsführer der Wasserversorgung sagt, die Wasserlieferungen nach Rom kosteten täglich nur eineinhalb Millimeter des Wasserpegels. während 8 Millimeter verdunsten.

          Der Wasserstand des Bracciano-Sees in der Nähe von Rom ist zuletzt weit gesunken.

          Während die Italiener in Süditalien daran gewöhnt sind, dass nur alle zwei oder drei Tage Wasser aus der Leitung sprudelt, ist Rom nicht dafür ausgerüstet. In Süditalien gibt es Wassertanks auf den Dächern, in Rom sind die alten Wassertanks, oft aus Asbest, längst entfernt worden. Rom hat sich immer als eine wasserreiche Stadt angesehen. Auf vielen Plätzen gibt es noch immer Wasserquellen, aus denen Tag und Nacht Trinkwasser läuft. Der Wasserversorger teilt mit, dass auch Krankenhäuser nicht von der Wassersperre ausgenommen werden könnten, weil es nur ein einheitliches Versorgungsnetz gebe. Offen bleibt, was aus der Wasserversorgung der rund 800 Hotels werden soll. Der Präsident der Region sagt, Rom habe nun eine Woche Zeit, einen Notfallplan für die Wasserversorgung zu erarbeiten. Die Verluste in den Versorgungsleitungen sind aber nur langfristig zu beseitigen. Ein Hindernis dafür ist der niedrige Wasserpreis in Rom, der den Wasserversorgern keine langfristigen Investitionen erlaubt. Für die Grundversorgung bis zu 184 Kubikmeter im Jahr wird einschließlich Abwassergebühren 1,44 Euro je Kubikmeter verlangt, für größeren Haushaltsverbrauch werden 5,52 Euro je Kubikmeter verlangt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nancy Pelosi am Donnerstag im Capitol in Washington.

          Impeachment-Verfahren : Nancy Pelosi: Donald Trump muss angeklagt werden

          Nancy Pelosi hat als „Sprecherin“ des Repräsentantenhauses angekündigt, dass in der Ukraine-Affäre nun Anklagepunkte gegen Amerikas Präsidenten entworfen werden sollen. Diese sind Voraussetzung für den nächsten Schritt im Impeachment-Verfahren gegen Trump.
          „Man schielt mit begierigem Auge danach, Bürger überwachen zu können", meint Diana Nocker.

          Ist 5G gefährlich? : Bürger, die sich fürchten

          Der neue Funkstandard 5G soll Deutschland in die Zukunft führen. Viele fühlen sich jedoch bedroht und haben Angst. Entsteht eine neue Protestbewegung? Zu Besuch bei besorgten Menschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.