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: Italien

Bild: F.A.Z.

Mit der Versteigerung von langjährigen Staatstiteln war das italienische Schatzministerium am Donnerstag offenbar vorsichtiger als nötig: Für die Versteigerung von Titeln mit fünf Jahren Laufzeit war das Emissionsvolumen auf nur 3 Milliarden Euro begrenzt worden, obwohl sich zeigte, dass die Marktteilnehmer mehr abgenommen hätten.

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          Mit der Versteigerung von langjährigen Staatstiteln war das italienische Schatzministerium am Donnerstag offenbar vorsichtiger als nötig: Für die Versteigerung von Titeln mit fünf Jahren Laufzeit war das Emissionsvolumen auf nur 3 Milliarden Euro begrenzt worden, obwohl sich zeigte, dass die Marktteilnehmer mehr abgenommen hätten. Die Emission fünfzehnjähriger Titel war ebenfalls auf 3 Milliarden Euro begrenzt, so dass schließlich mitgeteilt werden konnte, dass in beiden Fällen die Nachfrage mehr als 40 Prozent größer gewesen sei als das Angebot.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Die Zinssätze sind hingegen deutlich gestiegen gegenüber der letzten Emission - um gut einen halben Prozentpunkt auf 3,67 Prozent bei den Fünfjährigen und um einen Viertelprozentpunkt auf 5,06 Prozent bei den Fünfzehnjährigen Titeln. Dafür ist der Risikozuschlag gegenüber deutschen Titeln, der auch für die fünfjährige Laufzeit mehr als 2 Prozentpunkte betrug, wieder deutlich gesunken.

          Im italienischen Schatzministerium zeigt man sich trotz der Nervosität des Marktes möglichst gelassen. Italien versucht davon zu profitieren, dass sich die Finanzmärkte bereits an den hohen Schuldenstand gewöhnt haben, der nach Daten der Notenbank im November 1869 Milliarden Euro betrug. Zugleich hat Italien aber gerade wegen der vielen Schulden und hohen Zinskosten viel getan, um die Betreuung dieser Schulden möglichst professionell abzuwickeln und als zuverlässiger Partner zu gelten.

          Den Italienern hilft, dass sie in Zeiten niedriger kurzfristiger Zinsen nicht der Versuchung erlagen, zur Minderung der Zinskosten mehr kurz laufende Staatstitel auszugeben: Die durchschnittliche Laufzeit der Staatsschulden wurde bei sieben Jahren gehalten. Derzeit wird versucht, eventuell steigenden Zinsen vorzubauen und mehr langfristige Papiere auszugeben.

          In Relation zu den Gesamtschulden bleibt Italiens Nachfrage nach frischem Geld 2011 deutlich unterhalb der Werte des Vorjahres: Abgelöst werden müssen 88 Milliarden Euro an Titeln mit 3 bis 10 Jahren Laufzeit, 67 Milliarden Euro an zinsindexierten Titeln mit 2 und 5 Jahren Laufzeit sowie 126 Milliarden Euro an Titeln mit Laufzeiten von 6 und 12 Monaten.

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