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Mangel an IT-Fachkräften : Warum Deutschlands Verwaltung digitaler Nachzügler ist

Für den öffentlichen Dienst arbeiten? IT-Fachkräfte haben oft bessere Optionen. Bild: dpa

Der öffentliche Dienst ist für IT-Fachkräfte wenig attraktiv. Verdi will nun vor allem Hilfsarbeiten aufwerten. Die Behörden hoffen unterdessen, Fachkräfte durch Sonderzulagen anlocken zu können.

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          Die neue Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat gerade erst begonnen, ein besonders großer Gehaltsaufschlag ist aber schon unter Dach und Fach: Weil der Staat und seine Behörden dringend IT-Fachkräfte suchen, locken sie geeignete Bewerber mit einer Sonderzulage von bis zu 1000 Euro im Monat an. Schon vor mehr als einem Jahr hat die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) einseitig beschlossen, die einst versuchsweise eingeführten Zulagen zum regulären Tarifgehalt auch in Zukunft anzubieten. Offenbar rechnen die Arbeitgeber nicht damit, dass die Gewerkschaften von sich aus attraktive Gehälter für IT-Fachkräfte durchsetzen.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Tatsächlich setzen Verdi und DBB Beamtenbund mit ihrer Tarifforderung für die 2,6 Millionen Bediensteten der Kommunen und des Bundes einen anderen Akzent. Sie verlangen 6 bis 11 Prozent mehr Geld, je nach Tarifgruppe – wobei Hilfskräfte und nicht Fachkräfte das prozentual größte Plus erhalten sollen. Dafür sorgt die geforderte Mindesterhöhung von 200 Euro im Monat: Eine Anhebung des Einstiegsgehalts für Hilfskräfte von 1751 auf 1951 Euro, wie es die Gewerkschaften damit verlangen, entspräche gut 11 Prozent.

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