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IT-Branche : Saison der Gewinnwarnungen setzt sich fort

  • Aktualisiert am

Auch HP leidet unter Konjunkturabschwächung Bild: AP GraphicsBank

Der Reigen an US-Gewinnwarnungen reißt nicht ab. Diesmal traf es Hewlett-Packard, Gateway und DoubleClick. Analysten befürchten, dass die schlechten Nachrichten die Erholung an der Nasdaq ausbremsen könnten.

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          Der Computer- und Drucker-Hersteller Hewlett Packard warnte am Donnerstag nach Börsenschluss in New York mit Hinweis auf die schwache Nachfrage, dass sein Gewinn im laufenden Quartal wahrscheinlich niedriger als erwartet ausfallen werde. Beim PC-Hersteller Gateway hieß es, der Umsatz werde in diesem Jahr wohl die bisherigen Prognosen nicht erreichen. DoubleClick erwartet für das laufende Quartal entgegen bisherigen Vorhersagen nun einen Verlust. Im nachbörslichen Handel sanken die Kurse.

          Analysten sagten, es sei zu befürchten, dass die neuen ungünstigen Berichte, die am Donnerstag verzeichnete Erholung der US-Börsen unterbrechen werde. Allerdings waren Branchenexperten bereits nach den schwachen Prognosen des Internet-Portals Yahoo! am Mittwochabend der Ansicht gewesen, dies werde zunächst auch andere Technologieaktien belasten. Der Nasdaq-Index der US-Technologiewerte hatte dennoch am Donnerstag um 4,6 Prozent zugelegt. Yahoo! hatte am Mittwochabend für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn deutlich unter den Prognosen der Analysten vorhergesagt. Schon in den Wochen zuvor hatten eine Reihe von US-Unternehmen ihre Umsatz- oder Gewinnvorhersagen gesenkt, und dies, wie auch Yahoo!, unter anderem mit der sich abschwächenden US-Wirtschaft begründet.

          Schwache Nachfrage am PC-Markt

          Hewlett-Packard teilte am Donnerstag nach Börsenschluss mit, man erwarte im ersten Quartal 2000/2001 den Gewinn je Aktie zwischen 35 und 40 US-Cents. Analysten hatten den Gewinn je Aktie mit 42 Cents prognostiziert. „Wir glauben, dass konservative Umsatzerwartungen kurzfristig angemessen sind. Dementsprechend erwarten wir im ersten Quartal einen Umsatzanstieg im einstelligen prozentuellen Bereich und wir rechnen mit keiner Verbesserung in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, die am 30. April endet", sagte HP-Chefin Carly Fiorina. Wegen raschen Änderungen der Marktbedingungen und wachsender Konjunkturunsicherheit wolle das Unternehmen für das gesamte Geschäftsjahr derzeit keine Ertragsprognose machen. Analysten sagten, die Warnung von Hewlett-Packard hänge mit dem schwachen PC-Markt zusammen.

          Aggressiver Wettbewerb

          Der US-PC-Hersteller Gateway teilte mit, der aggressive Preiswettbewerb werde den PC-Markt in den kommenden sechs Monaten belasten. Der Umsatz des Unternehmens werde langsamer als zuvor prognostiziert steigen. Im vierten Quartal 2000 sei der Umsatz um 6,9 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar gesunken. Der Reingewinn habe sich ohne Berücksichtigung von Rückstellung über 187 Millionen Dollar für Investitionen 37,6 Millionen Dollar oder zwölf Cents je Aktie betragen. Analysten hatten den bereinigten Gewinn je Aktie mit 37 Cents erwartet. Im vierten Quartal 1999 hatte Gateway einen Reingewinn von 126 Millionen Dollar oder 38 Cents je Aktie erwirtschaftet.

          Abbau von Arbeitsplätzen

          Gateway teilte weiter mit, es werde eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um die Wachstum- und Gewinnaussichten des Unternehmens zu verbessern. Unter anderem werde die Belegschaftzahl um zehn Prozent reduziert. Gateway hatte die Ergebniserwartung für das vierte Quartal bereits am 29. November nach unten revidiert. Das am Donnerstag veröffentlichte Ergebnis lag dann trotzdem noch tiefer als von den Analysten erwartet.

          Auch weitere kleinere Unternehmen der IT-Branche haben am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Ergebnisprognose nach unten revidiert. So teilte das Internet-Unternehmen DoubleClick mit, sie erwarte nach einem ausgeglichenen Ergebnis im vierten Quartal 2000 im ersten Quartal 2001 einen Verlust. Der Halbleiterhersteller Sipex gab bekannt, sein Gewinn und Umsatz werde im vierten Quartal niedriger als erwartet ausfallen.

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