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IT-Branche : Bitkom sieht Trendwende

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Nach Meinung des Branchenverbandes Bitkom ist die Cebit der Motor für den konjunkturellen Neustart der IT-Branche.

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          Die gebeutelte IT-Branche kann aufatmen: Der Branchenverband Bitkom sieht bessere Zeiten kommen. Selbstverständlich wird sich der Startup-Boom der späten 90er Jahre nicht wiederholen, aber zumindest stimmt die Tendenz. Derzeit sehe es so aus, als werde die Anzahl der Beschäftigen im IT-Sektor in diesem Jahr erstmals wieder konstant bleiben. Mehr als die derzeit 822.000 Beschäftigten sollen es aber auch 2002 nicht werden, glaubt man dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom).

          Zwar ist der Aufschwung nach der Talfahrt erfreulich - mit vier Prozent Wachstum hinkt Deutschland aber im internationalen Vergleich noch deutlich hinterher. Die rückläufige Nachfrage - besonders im gewerblichen Bereich - hat der Branche in den letzen zwei Jahren zugesetzt. Auch 2002 wird es noch Einschnitte geben. Im Hardware-Bereich, mit 103.000 Beschäftigten wird es entgegen dem Branchentrend noch einen Rückgang der Angestelltenzahl von vier Prozent geben. Dagegen hält Bitkom-Präsident Volker Jung die guten Neubeschäftigtenzahlen im Bereich der Software- und der IT-Serviceprovider.

          Ernstzunehmende Erfolge erst 2003

          Dennoch war die inoffizielle Cebit-Eröffnung des Branchenverbandes von durchwegs positiver Stimmung geprägt: Für das kommende Jahr 2003 könne man sogar ein Wachstum von acht Prozent prognostizieren. Der Motor für den Aufschwung ist laut Jung das Potential, das in den vier Buchstaben UMTS steckt.

          Um den Aufschwung zu erleichtern, stellte der Bundesverband jetzt ein Drei-Punkte-Programm vor, das die Rahmenbedingungen für die Unternehmer verbessern soll. So müsse das Arbeitsrecht in Deutschland noch besser auf die IT-Branche angepasst werden. Arbeitsplätze müssten schneller geschaffen, aber in Krisenzeiten auch schneller abgebaut werden können.

          Bitkom wird nicht untätig sein

          Ein Dorn im Auge sind dem Branchenverband die bürokratischen Hemmnisse bei der Gewerbeanmeldung. So sollen Behördengänge in Zukunft auch online möglich sein, fordert Bitkom. Auch Startup-Unternehmen müssten davon befreit werden, von Anfang an eine Einkommensteuererklärung abgeben zu müssen. Es reiche vollkommen aus, diese Formalitäten nachzuholen, wenn es das Unternehmen nach zwei Jahren überhaupt noch gebe.

          In den 90er Jahren gab es in Deutschland rund 15.000 Gewerbeanmeldungen, bis zum heutigen Zeitpunkt stagnieren die Neuanmeldungen. Jetzt liegt der Fokus des Bitkom darauf, eine neue Gründerkultur zu etablieren. Der langsame, aber stetige Erfolg soll die Goldgräberstimmung der vergangenen Jahre verdrängen und die diesjährige Cebit soll diese neue Ära einleiten.

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