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Investorenkonferenz : Ist Siemens in Riad ein Milliardenauftrag entgangen?

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Jorge Segrelles Garcia (Mitte, r) von Haramain High Speed Railway und ein saudischer Offizieller unterzeichnen am Dienstag in Riad ein Abkommen. Bild: dpa

Eine Rekordbestellung für Siemens ist nach der Absage des Vorstandschefs erst einmal verschoben. Derweil liefern westliche Länder fleißig weiter Waffen nach Saudi-Arabien.

          Der am Dienstag begonnene umstrittene Investorenkongress in Saudi-Arabien bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen. Nach dem immer noch ungeklärten Tod des Journalisten Jamal Khashoggi  im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul wollte Riad am ersten Tag der Future Initiative Investment Conference (FII) den Eindruck eines „business as usual“ erwecken. Derweil erreicht die politische Debatte um Rüstungsexporte in das saudische Königreich die europäischen Partnerstaaten. Und ein erhoffter  Riesenauftrag ist in Gefahr.

          Nachdem der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser am Montag kurzfristig seine Teilnahme an der Konferenz abgesagt hatte, ist eine ursprünglich geplante Vereinbarung über einen Auftrag mit Rekordvolumen am Dienstag verschoben worden. Bei dem Vorvertrag sollte es um den Bau von Stromkraftwerken gehen. Wie die F.A.Z. schon am Montag berichtete, war die geplante Unterzeichnung des Vertrags der Grund für das lange, von der Politik kritisierte Zögern Kaesers. Käme das Geschäft zustande, würden Tausende Arbeitsplätze in der Kraftwerkssparte gesichert, hieß es. Die Sparte Energietechnik leidet derzeit unter einer schweren Auftragsflaute für konventionelle Kraftwerke.

          Der bisher größte Auftrag für den Konzern kam 2015 aus Ägypten über 8 Milliarden Euro für den Bau von Kraftwerken und Windparks. Die Nachrichtenagentur Bloomberg sprach ohne Angaben konkreter Quellen von einem Auftragsvolumen von 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Kenner und  Beobachter schätzen den Umfang jedoch als zu hoch ein. Kaeser sprach am Montag von einem Geschäftspotential von 30 Milliarden Dollar, das bis zum Jahr 2030 in Saudi-Arabien und in der arabischen Welt entstehen könnte. Als Reaktion auf die Absage des deutschen Konzernchefs soll der Ausstellungsstand von Siemens, einst strategischer Partner der Konferenz, von den Saudis am Dienstag verkleinert worden sein. Manager des Konzerns sollen nicht vertreten sein, nur Produktexperten.

          Gegenwind für Berlin aus dem Ausland

          Die Saudis haben am Dienstag  demonstrativ Vertragsabschlüsse über Geschäfte mit Investoren in Höhe von mehr als 50 Milliarden Dollar gemeldet. Damit sollte ein Kontrapunkt zu den zahlreichen Absagen von ranghohen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gesetzt werden. Erste Verträge für die Öl- und Gas-Industrie wie auch für die Verkehrsinfrastruktur wurden nach Angaben des staatlichen Fernsehens unterzeichnet. Partner sind unter anderem der südkoreanische Autobauer Hyundai, der amerikanische Ölfeldausrüster Schlumberger sowie der französische Ölkonzern Total. Zu den Profiteuren gehören auch  die Schweizer Firma Trafigura, das chinesische Rüstungsunternehmen Norinco sowie Schlumberger, Haliburton und Baker Hughes aus den Vereinigten Staaten.

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