https://www.faz.net/-gqe-9jxge

Kommentar zum Wettbewerb : Die China-Frage

  • -Aktualisiert am

Die europäische und die chinesische Flagge Bild: Reuters

Europa kann auf subventionierte und von der Politik geschmiedete Großkonzerne verzichten. Staatliche Schützenhilfe allein birgt im internationalen Wettbewerb mit China kein Erfolgsversprechen.

          1 Min.

          Ist China Freund oder Feind der deutschen Wirtschaft? Über diese Frage wird schon seit Jahren leidenschaftlich diskutiert. Während es anfangs hieß, China werde sich schon noch zu einer Marktwirtschaft wandeln, hat sich der Wind zuletzt gedreht. Ein Manager nach dem anderen tut kund, dass Chinas Wirtschaft wohl eine von der Regierung in Peking gelenkte bleiben wird.

          Mit staatlich geförderten Dumpingpreisen, ob auf Stahl oder E-Bikes, versucht China Märkte für sich zu erobern. Mit staatlich geförderten Übernahmen will das Land den Aufstieg zur führenden Industrienation der Welt schaffen. Dass Europa sich gegen derlei Preisverzerrungen und Wissenstransfer besser schützen will, zeugt von Realitätssinn.

          Falsch ist jedoch die in Berlin gepflegte Vorstellung, man müsse sich mit eigenen „Champions“ gegen die schier übermächtigen Wettbewerber aus dem Reich der Mitte stemmen. Dass Größe und staatliche Schützenhilfe kein Erfolgsgarant sind, zeigt das Beispiel Airbus dieser Tage nur allzu gut.

          Europa braucht keine staatlich geförderten Großunternehmen. Es braucht neben fairen Spielregeln mit China vor allem Unternehmen, die Innovationen entwickeln, die sonst noch keiner hat.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Klimafreundliche Kondome

          Neues Verhütungsmittel : Klimafreundliche Kondome

          Jugendliche interessieren sich für Klimaschutz – und Sex. Daraus hat ein Start-up aus Hamburg eine Geschäftsidee entwickelt.

          Dax steigt auf Rekordhoch Video-Seite öffnen

          Trotz Corona : Dax steigt auf Rekordhoch

          Der Höhenflug an den Aktienmärkten hält an. Befeuert von soliden Firmenbilanzen stieg der Dax bis zum Freitagnachmittag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.431,09 Punkten.

          Topmeldungen

          Tel Aviv, draußen vor einer Bar, Ende März 2021

          Corona in Israel : Was wollten wir mehr?

          In Israel sind wir jetzt nahezu coronafrei. Aber haben wir die Normalität zurückgewonnen? Ein Rückblick auf das letzte Jahr für mich und mein Land.

          Casa San Antonio Frankfurt : Gestrandet wider Willen

          In der Casa San Antonio kommen Ausländer unter, die in Deutschland arbeiten wollen. Normalerweise leben sie hier nur einige Monate – doch Corona vereitelt ihre Pläne.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.