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Trotz hoher Fallzahlen : Israels „Seufzer der Erleichterung“

Buntes Treiben: Ein Einkaufzentrum in der israelischen Stadt Netanya Bild: AFP

Dank Impfungen und grünem Pass öffnen Geschäfte und Fitnessstudios in Israel wieder. Doch so wie früher ist es noch lange nicht, und viele Läden sind weg.

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          Die Kundin nestelt in der Handtasche, dann hat sie ihr Handy zur Hand und die App mit dem Barcode geöffnet. Die Dame am Empfang schaut kurz drauf, und los geht’s. Seit Sonntagnachmittag hat auch das Fitnessstudio „Space“ in Tel Aviv wieder geöffnet, nach zehn Monaten pandemiebedingter Schließung. Und mit dem sogenannten grünen Pass, dem grünen Zertifikat des Gesundheitsministeriums, darf jeder geimpfte Israeli wieder die Sportstudios aufsuchen. Das Dokument kann sich jeder auf die App herunterladen, der mit beiden Dosen seit mindestens einer Woche geimpft ist oder der in der Vergangenheit mit Corona infiziert war und nachgewiesen genesen ist. Da das Ministerium die Impfdaten der Bevölkerung ohnehin zentral speichert, lässt sich die Zulassung durch die Eingabe der Telefonnummer, der Personalausweisdaten und des Geburtsdatums aktivieren. Sie ist ein halbes Jahr plus eine Woche von der letzten Impfung an gültig.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Noch sind es nur eine Handvoll Leute, die im Space-Studio im Keller trainieren. Nader Samara verbringt seine Mittagspause an der Hantelbank. Der Ingenieur arbeitet für den Konzern Intel, allerdings seit Monaten von zu Hause aus. Daran wird sich vorerst auch nichts ändern, sagt er. Samara hatte sich vergangenen Sommer mit Covid infiziert, so wie insgesamt mehr als 750.000 Israelis. Deshalb hat auch Samara jetzt den grünen Pass und muss sich an der Diskussion über Impfungen nicht weiter beteiligen. Da bei Intel die allermeisten Mitarbeiter von zu Hause arbeiten, gebe es auch noch keine Direktive der Geschäftsführung, sich impfen lassen zu müssen, sagt er.

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