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Deutsche Forscherin : Isabel Schnabel soll EZB-Direktorin werden

Isabel Schnabel gehört derzeit den „Wirtschaftsweisen“ an und lehrt in Bonn. Bild: dpa

Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel soll in die Führungsspitze der Europäischen Zentralbank eintreten. Derzeit lehrt sie in Bonn.

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          Die Bundesregierung will die Bonner Ökonomin Isabel Schnabel ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) schicken. Sie soll dort die Lücke füllen, die nach dem Rückzug von Sabine Lautenschläger entstanden ist.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Mittwoch soll das Bundeskabinett nach Informationen der F.A.Z. die wichtige Personale beschließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) sollen den Vorschlag von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) schon abgesegnet haben.

          Traditionell besetzen Deutschland, Frankreich und Italien jeweils eine Position im EZB-Direktorium, es sind die größten Volkswirtschaften der Währungsunion. Es ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung die Personalie mit ihren europäischen Partnern so weit abgestimmt hat, dass die Euro-Finanzminister die Kandidatur unterstützen werden.

          Formal dürfte die Ernennung wie bei Fabio Panetta auf dem EU-Gipfel im Dezember erfolgen. Der Italiener soll dem Franzosen Benoit Coeure nachfolgen. Die Deutsche Lautenschläger tritt Ende Oktober vorzeitig aus dem EZB-Gremium zurück, das die geldpolitischen Beschlüsse vorbereitet. Scholz hatte schon angekündigt, wieder eine Frau entsenden zu wollen.

          Die FDP beurteilte die Personalie kritisch. „Die EZB steckt in einer tiefen Sackgasse und brauchte durchgreifende Reformen und einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Florian Toncar, der F.A.Z. Es wäre nach seinen Worten daher wichtig gewesen, eine Person vorzuschlagen, die für eine solche geldpolitische Wende steht und die Erfahrung damit hat, sich in politisch komplizierten Organisationen durchzusetzen. „Es ist zu bezweifeln, dass Frau Schnabel diese Anforderungen erfüllt“, meinte er. „In Wahrheit rückt die Bundesregierung daher immer weiter von der geldpolitischen Linie ab, für die Bundesbankpräsident Weidmann steht.“

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