https://www.faz.net/-gqe-9aprx

Automatische Schusswaffen : Irische Polizei will Brexit-Grenze aufrüsten

  • Aktualisiert am

Derzeit ist die Grenze von Irland zu Nordirland überall offen. Bild: AFP

Im jahrelangen Bürgerkrieg wurde an der Grenze in Irland viel Blut vergossen. Nach dem Brexit müssten dort theoretisch wieder Kontrollen eingeführt werden. Die irische Polizei stellt schon mal Forderungen auf.

          Die Landgrenze zwischen der Republik Irland und der zu Großbritannien gehörenden Region Nordirland gilt als das brisanteste Problem beim bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU. Jetzt fordern die irischen Polizeikräfte, Grenzposten dort mit automatischen Schusswaffen auszurüsten. Schmuggler, Drogendealer und gewalttätige politische Aktivisten nähmen die unzureichend ausgestatteten Grenzpolizisten sonst nicht für voll, sagte ein Vertreter der Mitarbeitervertretung der irischen Polizei, Garda Representative Association (GRA), der Zeitung „Irish Times“. „Die halten uns für schwach. Sie sehen uns so, wie wir selbst uns sehen – nicht geschult, schlecht ausgerüstet und personell unterbesetzt“, warnte der GRA-Funktionär Brendan O’Connor.

          Die Forderung der Polizei nach mehr Waffen nährt die Befürchtungen, dass der Brexit an der nordirischen Grenze zu einer Rückkehr der Gewalt führt. Denn Großbritannien will nach dem EU-Austritt keine Zollunion mehr mit den europäischen Nachbarstaaten. Dies macht aus Sicht der Regierung in Dublin und der EU-Kommission die Wiedereinführung von Grenzkontrollen an der rund 500 Kilometer langen und bislang völlig offenen Grenze zu Nordirland unerlässlich – die jedoch als akute Gefährdung für den brüchigen Friedensprozess dort angesehen werden. Die Befürchtung ist, dass Grenzposten, wie in der Vergangenheit, von militanten politischen Aktivisten angegriffen würden.

          Die irischen Sicherheitskräfte fordern, das Personal an der Grenze wieder mit Maschinenpistolen auszustatten, wie dies bis 2012 üblich gewesen sei. Es müssten auch mehr schwer bewaffnete Unterstützungs-Einheiten zusätzlich zur regulären Grenzpolizei in der Region stationiert werden. Während des jahrzehntelangen blutigen Bürgerkriegs in Nordirland war die Grenzregion eine der gefährlichsten in Europa.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.