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Folge von Amerikas Sanktionen : Iranische Ölexporte brechen um mehr als ein Drittel ein

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Ölförderanlagen in Saudi-Arabien: Seit den Sanktionen gegen den Iran in Kraft sind, versucht das Königreich, die Lieferlücke auszugleichen. Bild: dpa

Donald Trump hat den Druck auf Iran erhöht und anderen Ländern Konsequenzen angedroht, sollten sie mit dem Land Geschäfte machen. Die Folgen zeigen sich.

          Amerikas Präsident Donald Trump ist es gelungen, die Ölexporte Irans empfindlich einzuschränken. Seitdem er im April das unter seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelte Atomabkommen aufkündigte, sind die iranischen Ölexporte um 35 Prozent eingebrochen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. In den ersten beiden Septemberwochen hat Iran jeden Tag durchschnittlich noch 1,6 Millionen Barrel (159 Liter) Öl verkauft. Im April waren es demnach noch 2,5 Millionen Barrel jeden Tag.

          Der Rückgang ist größer als erwartet. Als Trump gegen den Widerstand Europas, Chinas und Indiens die amerikanischen Sanktionen gegen Iran unilateral wieder ausrief, hatten zahlreiche Analysten ihre Wirksamkeit infrage gestellt. Trump kann den signifikanten Einbruch – auch vor den anstehenden Kongresswahlen – nun als Erfolg seiner aggressiven außenpolitischen Linie verbuchen.

          Europäische Raffinerien müssen amerikanischen Sanktionen folgen

          Obwohl die EU-Länder gegen Trumps Schritt waren und der Regierung in Teheran seitdem versichern, dass sie das Atomabkommen aufrecht erhalten wollen, haben auch europäische Raffinerien kaum eine andere Wahl, als sich an die Sanktionen zu halten. Washington kann jeden Händler, der Geschäfte mit Iran macht, vom Zugang zum amerikanischen Finanzsystem abschneiden.

          Es gibt Anzeichen dafür, dass die europäischen Länder und Japan im nächsten Monat komplett aufhören werden, iranisches Öl zu kaufen. Damit könnten Irans Exporte bis November auf 1,3 Millionen Barrel pro Tag sinken. Jedoch haben die europäischen Regierungen vor kurzem Pläne veröffentlicht, die amerikanischen Sanktionen mit einer eigenen Clearingstelle umgehen zu wollen.

          Da Öl nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds für fast 80 Prozent des iranischen Steueraufkommens verantwortlich ist, ist die islamische Regierung in Teheran stark von Ölexporten abhängig. Durch den Einbruch hat die iranische Landeswährung Rial auf dem inoffiziellen Markt um 60 Prozent abgewertet. Dadurch stieg die Inflation.

          Trump-Erfolg in Wahlen könnte getrübt werden

          Ob Trump sein außenpolitischer Erfolg in den Wahlen hilft, dürfte aber auch davon abhängen, wie stark die Öl- und Benzinpreise für die amerikanischen Verbraucher noch anziehen. Denn das iranische Öl fehlt auf dem Weltmarkt: Obwohl Saudi-Arabien und Russland ihre eigene Förderung hochfuhren, steig der Preis von Brent-Öl in der vergangenen Woche auf über 80 Dollar je Barrel. Analysten zweifeln daran, dass sie es schaffen, das fehlende iranische Öl komplett zu ersetzen.

          Mit diesem Ölpreis ist Saudi-Arabien jetzt auch zumindest kurzfristig zufrieden. Das berichteten Personen, die mit der Sicht des Königreichs vertraut sind. Bislang hatte der weltgrößte Exporteur des Rohstoffs in diesem Jahr versucht, zu verhindern, dass Rohöl über 80 Dollar gehandelt wird. Dies teilweise, weil Trump im Mai und Juni in mehreren Tweets die Organisation ölexportierender Länder (Opec) aufforderte, den Preisanstieg zu begrenzen, nachdem die Notierungen sich dem Niveau angenähert hatten.

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