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Iran-Krise : Die Angst an der Börse ist zurück

Stahlproduktion im Iran - auch sie leidet unter den amerikanischen Sanktionen. Bild: dpa

Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran eskaliert. Die deutsche Wirtschaft betrifft das kaum. Aber die Sorgen um die Weltwirtschaft wachsen.

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          Eben noch war die Stimmung an den Börsen prächtig, doch das hat sich am Freitag geändert. Grund ist der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch das amerikanische Militär. Unternehmen und Investoren befürchten nun, dass sich der Konflikt zwischen den beiden Ländern zu einer weltpolitischen Krise zuspitzt. Das trieb den Ölpreis in die Höhe. Zudem flüchteten sich Anleger in Staatsanleihen von als sicher geltenden Ländern sowie in Gold. Die Aktienkurse an den europäischen Börsen gingen am Freitag nach unten. Der deutsche Leitindex Dax verlor nach seinem besten Jahresauftakt seit 2013 zeitweise 2 Prozent seines Werts – und damit sogar noch mehr als der Eurostoxx 50, der um bis zu 1,3 Prozent zurückging.

          „Die Unsicherheit kehrt zurück“

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Der Angriff lastet auf der Stimmung der Investoren, weil die Unsicherheit in die Märkte zurückkehrt“, sagte der Fondsmanager Ulrich Urbahn von Berenberg. Vom „ersten geopolitischen Belastungsfaktor in diesem Jahr“ sprach Christian Henke vom Brokerhaus IG. Wegen der großen Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen – diese gelten weltweit als sicherer Hafen – fiel die Rendite von minus 0,16 auf minus 0,26 Prozent. Ähnlich entwickelten sich die Renditen anderer europäischer Staatspapiere. Die Feinunze Gold kostete mit 1544 Dollar so viel wie seit vier Monaten nicht mehr. Die Ölsorte Brent verteuerte sich um 4,4 Prozent auf 69,16 Dollar je Barrel.

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