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IP-TV : Fernsehen aus der Telefonbuchse

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Bild: F.A.Z.

Auch wenn das von der Deutschen Telekom und Premiere propagierte Internetfernsehen in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, müssen DSL-Kunden die Bundesliga in Zukunft nicht auf dem PC-Bildschirm anschauen.

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          Das von der Deutschen Telekom und Premiere propagierte Internetfernsehen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die beiden Partner wollen vor allem die digitale Telefonleitung (DSL) langfristig jedoch zu einem vierten Fernseh-Übertragungsweg neben Kabelanschluß, Satellitenschüssel und der Antenne ausbauen.

          Anders als der Name Internetfernsehen, oder IP-TV, nahelegt, müssen die Zuschauer die Bundesliga in Zukunft nicht auf dem PC-Bildschirm anschauen. Das Internetfernsehen kann problemlos auf den Fernseher übertragen werden. Die Kunden benötigen dafür allerdings spezielle Empfangsgeräte (Receiver), welche die Telekom-Internetsparte T-Online bereits vertreibt.

          Herkömmliche Digitalfernsehempfänger wie die Premiere D-Box taugen für das Internetfernsehen dagegen nicht. Außerdem brauchen die Kunden einen besonders leistungsfähigen DSL-Anschluß. Ein vollwertiger Ersatz zum herkömmlichen Kabel- oder Satellitenempfang ist das Internetfernsehen aber nicht, denn noch sind nicht alle Sender zur Zeit dort vertreten.

          Ein Vorteil im Vergleich zum normalen Fernsehen ist dagegen die Interaktivität: Per Fernbedienung können die Zuschauer zum Beispiel Torszenen, die sie verpaßt haben, noch einmal sehen und Filme in einer Art elektronischer Videothek abrufen (Video on Demand).

          Telekom-Festnetzvorstand Walter Raizner Raizner räumt ein, daß das Telekom-Bundesligaprogramm ohne Unterstützung durch Kabel- und Satellitenverbreitung vorerst nur wenige Kunden erreichen werde. Die Telekom will die Bundesliga über ihre für das Internet zuständige Tochtergesellschaft T-Online zunächst nur in Verbindung mit besonders leistungsfähigen und teuren V-DSL-Anschlüssen vermarkten.

          Mit dem Aufbau dieses neuen Netzes hat die Telekom jedoch erst begonnen. „Bis Saisonstart werden wir etwa 3 Millionen Haushalte erreichen“, sagte Raizner. Darunter sind Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln, München und Frankfurt. Bis Ende 2007 sollen 13 Millionen Haushalte Zugang zu V-DSL haben. In Deutschland gibt es jedoch rund 37 Millionen Fernsehhaushalte. Raizner stellte zwar in Aussicht, die Bundesliga auch über leistungsschwächere, aber bereits weiter verbreitete A-DSL-Anschlüsse zu verbreiten. „Zum ersten Spieltag im August wird es dazu aber kein Angebot geben“, stellte ein Telekom-Sprecher klar.

          Die Zusammenarbeit zwischen Telekom und Premiere soll sich nicht auf die Bundesliga beschränken. Auch alle anderen Premiere-Inhalte und -Programme sollen im neuen Telekom-Fernsehen zu empfangen sein.

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