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Fußball-Bundesliga : Investor Lars Windhorst steigt bei Hertha BSC ein

Geldspritze für Hertha BSC Bild: dpa

Hertha BSC hat das Zeug zum Big-City-Club, findet der Investor Lars Windhorst. Er investiert 125 Millionen Euro in den Hauptstadt-Verein. Das könnte erst der Anfang sein.

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          Der Bundesligaklub Hertha BSC Berlin wird eine beträchtliche Zahl von Anteilen an seiner Profifußball-Kapitalgesellschaft an eine Beteiligungsgesellschaft des schillernden Unternehmers Lars Windhorst verkaufen. Das hat der Verein am Donnerstag bestätigt. Wie zu erfahren ist, würden zuerst 37,5 Prozent für rund 125 Millionen Euro von Windhorst erworben werden, danach sei vorgesehen, dass der neue Investor zusätzlich investieren könnte. Die Rede ist von weiteren rund 12 Prozent der Anteile. Es ist davon auszugehen, dass der eingetragene Verein Hertha BSC, der bislang 100 Prozent besitzt an seiner Profifußballtochter, der Beteiligungsgesellschaft von Windhorst (Tennor), nicht mehr als 49,9 Prozent der Anteile verkaufen wird. Die 50+1-Regel im deutschen Fußball besagt, dass der Verein in jedem Fall die Mehrheit der Stimmrechte an der Fußball-Kapitalgesellschaft halten muss.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 43 Jahre alte Windhorst erlangte Anfang der Neunziger Bekanntheit, als er als Teenager sein erstes Unternehmen gründete und zum „Wunderkind“ der deutschen Wirtschaft avancierte. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl nahm ihn zu Auslandsreisen in hochkarätig besetzten Wirtschaftsdelegationen mit. Zwischenzeitlich geriet Windhorst mit seinen Unternehmungen in Schieflage, musste auch schon Privatinsolvenz anmelden. Immer wieder kam er allerdings zurück. Derzeit lebt der gebürtige Ostwestfale in London.

          Ende vergangenen Jahres hatte Hertha BSC alle Anteile und Optionen vom vorherigen Investor KKR zurückerworben. Zuletzt erzielte der Verein in der Saison 2017/18 einen Rekordumsatz von rund 153 Millionen Euro. Der Gewinn lag nach Steuern bei 4,1 Millionen Euro. Allerdings stiegen die Verbindlichkeiten auf rund 48 Millionen Euro.

          Seit Sommer 2013 spielt Hertha wieder in der Bundesliga. 2010 und 2012 war der Klub zweimal abgestiegen, kam aber jeweils sofort wieder in die deutsche Eliteliga zurück. Unter Trainer Pal Dardai, der die Mannschaft im Februar 2015 übernahm, erreichten die Berliner 2016 das Halbfinale im DFB-Pokal und spielten vergangene Saison in der Europa League. Die abgelaufene Spielzeit beendete Hertha auf Rang elf. Danach gab der Klub bekannt, dass Ante Covic den Trainerposten von Dardai übernehmen wird.

          Investor Lars Windhorst

          Von der lukrativen Champions League sind die Berliner allerdings derzeit weit entfernt. 1999 gelang letztmals die Qualifikation für die Königsklasse. Mit dem Investment von Windhorst dürften die Ambitionen neuen Auftrieb erhalten. In den großen europäischen Fußballligen ist Berlin eine der wenigen Hauptstädte eines Landes, die keine führende Rolle spielen, anders als etwa Paris St. Germain in Frankreich, Real Madrid in Spanien oder London, das in der englischen Premier League derzeit gleich fünf Klubs wie Chelsea, Arsenal oder Tottenham stellt.

          Mit frischem Geld könnte Hertha womöglich auch seine Stars halten. Der österreichische Nationalspieler Valentino Lazaro wechselt wohl zu Inter Mailand. Eine Bestätigung für das Geschäft gab es von den Vereinen zunächst nicht, der Vollzug wird demnächst erwartet. Wie der „Kicker“ berichtet, beschert der Transfer des 23 Jahre alten Lazaros den Berlinern eine Rekordablösesumme von 22 Millionen, die noch auf bis zu 25 Millionen Euro ansteigen kann.

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