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Fraport verkauft Anteile : Britischer Investmentsfonds kauft 30 Prozent des Flughafens Hannover

  • Aktualisiert am

Ein Flugzeug hebt ab in Hannover. Fraport veräußert seine Anteile an dem Flughafen. Bild: dpa

Über 100 Millionen Euro bezahlt der Investmentfonds. Die Politik hatte kein Interesse an den Anteilen. Über den Investor ist wenig bekannt.

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          Der britische Investmentfonds Icon Infrastructure übernimmt 30 Prozent des Flughafens Hannover. Die Anteile gehörten bisher Fraport, dem Betreiber des Frankfurter Flughafens. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, liegt der Kaufpreis bei 109 Millionen Euro. Die anderen 70 Prozent verbleiben zu gleichen Teilen bei der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen.

          „Schon seit geraumer Zeit hat es auf dem Markt großes Interesse am Erwerb unseres Anteils am Flughafen Hannover gegeben“, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte. Demnach verfolge Fraport bei seinen Flughafenbeteiligungen das Ziel, die Mehrheit zu erlangen, oder „zumindest maßgeblichen Einfluss auf die jeweilige Betreibergesellschaft auszuüben“. Das war in Hannover offensichtlich nicht gelungen. Dort hatte Fraport 1998 20 Prozent der Anteile gekauft, 2003 weitere zehn Prozent.

          Die Aktie reagierte auf die Ankündigung positiv. Die Aktie von Fraport stieg zwischenzeitlich um ein halbes Prozent, während der Dax leicht nachgab.

          Politik nutzt Vorkaufsrecht nicht

          Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen hatten ein Vorkaufsrecht nicht genutzt. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, die Anteile für den gleichen Preis von Fraport zu übernehmen. Berichten zufolge hatte das Land kein Interesse und die Stadt Hannover zu wenig Geld.

          Wie Fraport weiter erklärte, wuchsen die Passagierzahlen des Flughafens Hannover im Jahr 2017 um 8,5 Prozent auf 5,9 Millionen. Auch im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahrs verbuchte der Flughafen abermals einen Zuwachs im Passagieraufkommen um 7,8 Prozent auf knapp 2,8 Millionen Fluggäste.

          Der Icon-Fonds hat sich auf Infrastruktur spezialisiert und verwaltet eigenen Angaben zufolge 2,5 Milliarden Euro. Er investiert in Europa und Nordamerika. Ansonsten ist über den Fonds wenig bekannt.

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