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Sinkende Ausgaben : Rückschlag für den Forschungsstandort Deutschland

Batterieforschung in Münster: Zellen werden unter Ausschluss von Sauerstoff und Feuchtigkeit zusammengebaut. Bild: Imago

Innovation öffnet den Weg in die digitale und klimaneutrale Zukunft. Aber Investitionen in Forschung sind in der Pandemie geschrumpft – sogar stärker als die Wirtschaftsleistung insgesamt.

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          Die Corona-Krise hat dem Innovationsstandort Deutschland einen unerwartet starken Rückschlag verpasst: Die Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung sind im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent gesunken – sogar stärker als die allgemeine Wirtschaftsleistung in der Rezession. Da zugleich die öffentlichen Forschungsausgaben nur leicht gestiegen sind, ist damit nun der Anteil des gesamten Innovationsbudgets am Bruttoinlandsprodukt (BIP) erstmals seit fast zehn Jahren wieder geschrumpft, und zwar von 3,17 Prozent im Jahr 2019 auf 3,14 Prozent. Das zeigen die neuen Ergebnisse der Forschungserhebung, die der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jährlich im Auftrag des Bundesforschungsministeriums vorlegt. Sie liegen der F.A.Z. vorab vor.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Politisches Ziel der bisherigen Bundesregierung wie auch der geplanten neuen Ampelkoalition ist es, den Anteil der Forschungsausgaben bis 2025 auf 3,5 Prozent des BIP zu steigern. Traditionell bestreitet die Wirtschaft rund zwei Drittel des Gesamtvolumens. Im vergangenen Jahr hatten Forschungsexperten noch Hoffnungen geäußert, dass diese Investitionen trotz Corona-Krise zumindest weniger stark sinken würden als die Wirtschaftsleistung, womit dann die Quote weiter gestiegen wäre. Anlass zu solchen Hoffnungen hatten nicht zuletzt die direkt durch Corona beförderten zusätzlichen Anstrengungen der Pharma- und Impfstoffforschung gegeben.

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