https://www.faz.net/-gqe-395p

Interview : „Cebit gibt Startschuss für Erholung“

  • Aktualisiert am

Bitkom-Geschäftsführer Ulrich Schneider ist optimistisch Bild: BITKOM

An diesem Dienstag wird die Computermesse Cebit eröffnet. Der Branchenverband Bitkom gibt sich im FAZ.NET-Interview zuversichtlich.

          Am Dienstag öffnet die weltweit größte Computermesse in Hannover ihre Pforten. Die Cebit gilt als Wegweiser für die zuletzt sehr angeschlagene IT-Branche. Im Mittelpunkt der Verbraucher wird erneut die Mobilfunkbranche stehen, die nun die selbst gesetzten Ansprüche mit UMTS erfüllen muss.

          Im FAZ.NET-Interview erläutert Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien, Bitkom, seine Erwartungen für die Messe und die Branchenaussichten.

          Herr Schneider, was sind Ihre Erwartungen an die Cebit?

          Wir erhoffen uns einen Neustart für die Hightechbranche. Die wirtschaftlichen Indikatoren sehen ganz gut aus. Allerdings wird dieser Aufschwung gemächlicher ablaufen als früher.

          Welche Wachstumserwartungen für die Branche haben Sie für 2002 ?

          Die Zuwächse werden im einstelligen Bereich liegen. Unsere Mitgliedsfirmen haben erklärt, dass die Auftragslage besser geworden ist. Der Projektstau scheint sich aufzulösen. Im Zuge des konjunkturellen Abschwungs haben beispielsweise die chemische und die Automobilindustrie zahlreiche IT-Projekte ausgesetzt, die nun wieder aufgenommen werden. Und auch was die Investitionen angeht, sind wir optimistisch.

          Was sind die Erwartungen für den Mobilfunk?

          Wir werden auf der Cebit die ersten Geräte für UMTS sehen. Wichtig für die Branche ist es nun, dass auch brauchbare Anwendungen für die Verbraucher auf den Markt kommen. Daran hapert es bilang.

          Warum sind die Deutschen in Sachen Internet immer noch hintan im europäischen Vergleich?

          Ich denke, das Sicherheitsdenken der Menschen verhindert noch einiges in Sachen E-Business, und das, obwohl es die Sicherheitsangebote wie Smartcards und Fingerabdrucktechnologien ja schon gibt. Hier gilt es noch Überzeugungsarbeit zu leisten, die Anwender brauchen das Gefühl, dass die Transaktionen sicher ablaufen.

          In diesem Jahr sind es erstmalig weniger Aussteller auf der Cebit - welche Gründe gibt es dafür, und wie interpretieren Sie das?

          Die Teilnahmezahlen sind um gut 100 Aussteller zurückgegangen. Das ist nicht so schlecht wie beispielsweise nach der Systems-Messe im Herbst befürchtet wurde. Die Entwicklung ist auch gar nicht so verkehrt, weil es sich hier auch um einen normalen Ausleseprozess des Wettbewerbs handelt und so auch die Warteliste zur Cebit abgebaut werden konnte. Mit rund 8.000 Ausstellern sind wir angesichts der aktuell schwierigen Lage doch sehr zufrieden.

          Weitere Themen

          Ola im Härtetest

          FAZ Plus Artikel: Erste IAA für den Daimler-Chef : Ola im Härtetest

          „Wir müssen die Effizienz dramatisch erhöhen“, sagt Ola Källenius und schwört die Belegschaft auf harte Zeiten ein. Die Aktionäre als Eigentümer sollen zugleich höchste Priorität haben. Seine erste IAA als Daimler-Chef hat es in sich.

          Topmeldungen

          Erkennt Widersprüche und artikuliert sie auch: Snowdens Buch ist keine rührselige Beichte.

          Snowdens „Permanent Record“ : Die Erschaffung eines Monsters

          Nicht die Rebellion, die Regierungstreue steht am Anfang dieser Biographie: Edward Snowden erzählt glänzend, wie er erwachsen wurde, während die digitale Welt ihre Unschuld verlor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.