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Internet : Yahoos zahlende Kunden bringen die Wende

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Yahoo-Osterhasen zum Nikolaus, vielleicht hat es geholfen Bild: dpa

Die sinkende Abhängigkeit vom Online-Werbemarkt zahlt sich allmählich aus für Yahoo. Nach langer Durststrecke wurde wieder ein Gewinn vorgelegt.

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          Nach sechs verlustreichen Quartalen in Folge ist Yahoo zu schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Gewinn fiel im zweiten Quartal mit 21,4 Millionen Dollar oder drei Cents je Aktie zwar noch recht bescheiden aus, doch schon das war etwas mehr als die Analysten erwartet hatten, weshalb die Aktie im nachbörslichen Handel an der Wall Street die Tagesverluste mehr als wett machte.

          Der Quartalsumsatz des Internet-Unternehmens stieg auf 225,8 (Vorjahr 182,2) Millionen Dollar. Die guten Zahlen führten dazu, dass Yahoo die Umsatzprognose für das Gesamtjahr um etwa drei Prozent auf 900 bis 940 Millionen Dollar anhob. Das Unternehmen rechnet mit einem Vorsteuerergebnis (Ebitda) von 140 bis 165 Millionen Dollar - im April wurden noch 105 bis 130 Millionen in Aussicht gestellt.

          Früchte des kostenpflichtigen Internets

          Yahoo hatte in den vergangenen zwei Jahren daran gearbeitet, die Einnahmequellen zu diversifizieren, nachdem viele der ehemaligen Werbekunden aus dem Internet pleite gegangen waren. Die Einnahmen aus gebührenpflichtigen Angeboten sollten dabei die Verluste des Online-Werbegeschäfts wettmachen.

          Auf 40 Prozent bezifferte CEO Terry Semel den Umsatzanteil, der nicht durch Werbung erzielt wurde. In vorangegangenen Quartalen hatte Yahoo teilweise bis zu 80 Prozent des Umsatzes durch Werbung generiert. Die Einnahmen aus gebührenpflichtigen Dienstleistungen sind laut CFO Sue Decker “stark gewachsen“. Waren es im ersten Quartal des laufenden Jahres noch rund 600.000 zahlende Kunden, seien es nun schon über eine Million.

          Die Einnahmen aus den kostenpflichtigen Internet-Dienstleistungen wurden im Berichtsquartal mit 74,1 Millionen Dollar im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Das wurde vor allem auf die Akquisition des Stellenmarktes HotJobs zurückgeführt. Doch auch bei anderen Dienstleistungen hätten sich mehr zahlungswillige Kunden gefunden, beteuerte Decker. Im zweiten Halbjahr erwartet Yahoo im Dienstleistungsbereich zweistellige Zuwachsraten. „Echte Wachstumszeichen erhalten wir in den Bereichen Autos, Reisen, Finanzen und Unterhaltung“, sagte CEO Semel, der darüber hinaus eine Ausweitung der Kooperation mit der Suchmaschine Google ankündigte.

          Desaströses Kerngeschäft

          Nicht ganz so euphorisch wie das Management reagierten Analysten auf die Zahlen. „Wir sehen immer noch kein organisches Wachstum aus dem Unternehmen heraus“, gab Jim Preissler von Investec zu bedenken. „Das Kerngeschäft Werbung ist desaströs gewesen“, pflichtet ihm Derek Brown von W.R. Hambrecht bei. Dieser Bereich, der langfristig über den Erfolg von Yahoo entscheide, sei nicht gewachsen. „Ein bedeutender Turnaround ist auch nicht in Sicht“, fügte er hinzu.

          Andere Experten sahen das ein wenig entspannter. „Ich denke, Yahoo macht Fortschritte in die richtige Richtung“, sagte Fred Moran von Jeffries & Co. Auch verzeichne das Unternehmen erste Erfolge, bei der Verbesserung der geschäftlichen Grundlagen.

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