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Internet : Yahoo will Jobbörse kaufen

  • Aktualisiert am

Yahoo-Chef Semel sucht neue Umsatzquellen Bild: AP

Kampf um HotJobs.com: Erst hatte Monster.com ein Angebot für die zweitgrößte US-Jobbörse abgegeben, jetzt setzt Yahoo eins drauf.

          2 Min.

          Yahoo hat ein feindliches Übernahmegebot für die Nummer Zwei der amerikanischen Online-Jobbörsen, HotJobs.com, abgegeben. Das Angebot bewertet HotJobs mit 436 Millionen Dollar, die je zur Hälfte in bar und in Aktien gezahlt würden.

          Yahoo ist allerdings nicht der einzige Interessent. Bereits Ende Juni hatte HotJobs eigentlcih einer Übernahme durch TMP Worldwide zugestimmt. TMP betreibt mit Monster.com die erfolgreichste Jobvermittlung im Web und hatte ein reines Aktien-Gebot abgegeben, das HotJobs nach dem Schlusskurs vom Mittwoch jetzt nur noch mit 375 Millionen Dollar bewertet. Bei Ankündigung des Kaufes hatte TMP für HotJobs noch umgerechnet 460 Millionen Dollar geboten. Seither waren die Aktienkurse der beiden fusionswilligen Unternehmen deutlich gefallen, weil Investoren befürchten, dass die US-Kartellbehörde FTC der Verschmelzung nicht zustimmen wird.

          HotJobs will

          TMP-COO James Treacey sagte in Reaktion auf das Konkurrenzangebot von Yahoo, sein Unternehmen habe bindende Verträge mit HotJobs und halte an ihnen fest. HotJobs bestätigte den Erhalt des Übernahmeangebots von Yahoo. Der Vorstand wolle darüber diskutieren. Laut Vertragsvereinbarungen mit TMP kann sich das Unternehmen durchaus für ein besseres Angebot entscheiden, müsste aber in einem solchen Fall 15 Millionen Dollar Vertragsstrafe an TMP zahlen.

          Yahoo-Chairman und CEO Terry Semel sagte, er hoffe, dass die Übernahmegespräche möglichst schnell begonnen werden könnten. Semel bezeichnet sein Angebot als in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht weniger risikenbehaftet. Ferner könne Yahoo eine schnellere Umsetzung der Fusion garantieren. TMP Worldwide hatte den Abschluss seiner Übernahme von HotJobs für das erste Quartal 2002 angepeilt.

          Sinnvoller Schritt für Yahoo

          Gegenüber Analysten sagte Yahoo-Chairman Semel, er rechne mit einer baldigen Antwort von HotJobs. Yahoo-CFO Susan Decker fügte hinzu, ihr Unternehmen sei auf einen Abschluss binnen acht bis zwölf Wochen vorbereitet. Ein Analyst von WR Hambrecht bezeichnete das Vorhaben von Yahoo als sinnvoll. Online-Jobvermittlung sei ein vielversprechendes Feld. Yahoo erzielt bisher 80 Prozent des Umsatzes durch Werbeeinnahmen. Diese gehen im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld jedoch zurück. Im Bereich der Online-Job-Vermittlung nimmt dagegen laut Branchenbeobachtern die Platzierung von Werbung zu.

          HotJobs verzeichnete im vergangenen dritten Quartal mit 27,5 Millionen Dollar einen Umsatzrückgang von 4,6 Prozent. Der Betriebsgewinn erreichte 0,79 Millionen Dollar. Zwar stieg die Zahl der registrierten Nutzer von HotJobs.com, doch die Zahl der Mitgliederunternehmen fiel. Monster.com erzielte im dritten Quartal einen um 37 Prozent gesteigerten Umsatz aus Gebühren von 144,9 Millionen Dollar sowie einen Betriebsgewinn von 51,4 Millionen Dollar. Die Zahl ihrer Nutzer stieg.

          Während Yahoo zum Ende des regulären Nasdaq-Handels noch von einem 62-prozentigen Aufschlag auf den HotJobs-Schlusskurs von 6,47 Dollar sprechen konnte, haussierte das Papier im nachbörslichen Handel bis auf 10,39 Dollar.

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