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Internet : Yahoo sucht zahlungswillige Surfer

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Weitere Stellen werden gestrichen Bild: dpa

Der Internetanbieter streicht weitere Stellen, bekräftigt die Ergebnisprognosen und sucht weiter neue Einnahmequellen.

          2 Min.

          Der amerikanische Internetanbieter Yahoo! will mehrere hundert Stellen streichen und seine Abhängigkeit von Werbeeinnahmen verringern. Im Rahmen einer betrieblichen Umstellung würden etwa 400 Stellen abgebaut, in manchen Bereichen aber auch Mitarbeiter hinzugefügt, sagte Yahoo-Präsident Jeff Mallett vor Analysten.

          Gleichzeitig bekräftigte Yahoo seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das vierte Quartal 2001 und stellte einen Umsatzanstieg für 2002 in Aussicht. Der Umsatz dürfte zwischen 160 Millionen und 180 Millionen Dollar liegen, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn je Aktie werde zwischen null und einem Cent je Aktie taxiert. Analysten rechnen mit einem Cent je Aktie für das letzte Quartal.

          Umsatz stagniert im nächsten Jahr

          Für das kommende Jahr erwartet Yahoo einen Umsatz zwischen 725 Millionen und 785 Millionen Dollar und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisierung (Ebitda) von 35 Millionen bis 75 Millionen Dollar. Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Umsatz von 735,7 Millionen Dollar.

          Deutlicher Stellenabbau

          Insgesamt werde die Zahl der Mitarbeiter um etwa 300 verringert. Die Kürzungen betreffen vor allem den Medienbereich und das internationale Geschäft. Im April hatte Yahoo erstmals in der sechsjährigen Geschichte des Unternehmens Stellen abgebaut, insgesamt wurden 420 Arbeitsplätze gestrichen. Ende des dritten Quartals hatte Yahoo noch 3.256 Angestellte. Der Stellenabbau ist Teil eines größeren Restrukturierungsprogramms, in dem die aktuellen 44 Geschäftsbereiche auf sechs zusammengestrichen werden sollen.

          Abos statt Werbung

          Großes Ziel von Yahoo-Chef Terry Semel ist es dabei, die Abhängigkeit des Unternehmens von Werbeeinnahmen zu senken, nachdem Yahoo in vier aufeinanderfolgenden Quartalen rote Zahlen geschrieben hat. Bis 2004 erwarte er einen Umsatzanteil durch Werbung von etwa der Hälfte statt bisher gut drei Vierteln, sagte Semel. Im vergangenen Jahr waren es noch 90 Prozent.

          „Es ist nichts falsch an Werbeeinnahmen, davon abgesehen werden wir aber ziemlich breit gefächert sein", sagte Semel weiter. Unter der Führung von Semel arbeitet Yahoo daran, die Abhängigkeit von Internetwerbung zu reduzieren. Die Ausgaben für Internetwerbung waren im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

          Zudem hoffe er, in angemessener Zeit rund zehn Millionen der bisher 210 Millionen Nutzer dazu zu bringen, für Dienste an Yahoo direkt zu bezahlen. Dies könnte durch Abonnements oder andere Transaktionen geschehen, sagte Semel. Dazu sollen auch Partnerschaften mit Telefongesellschaften geschlossen werden. Weitere Geldquellen könnten nach Semels Vorstellung die Suchmaschine von Yahoo oder zusätzliche Gebühren für Auktionen und Shopping werden.

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