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Internet : Yahoo auf neuen Wegen

  • Aktualisiert am

Abhängigkeit vom Werbemarkt mindern Bild: dpa

Das Internetportal übernimmt die Online-Arbeitsvermittlung Hotjobs.com. Yahoo will seine Abhängigkeit vom Werbemarkt reduzieren.

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          Das Internet-Portal Yahoo übernimmt die zweitgrößte Online-Stellenvermittlung HotJobs.com für einen Kaufpreis von 436 Millionen Dollar in bar und in Form von Aktien. Yahoo-Chef Terry Semel beabsichtigt mit dieser Aktion, sein Unternehmen vom Internet-Werbemarkt, der seit geraumer Zeit im Schwinden begriffen ist, unabhängiger zu machen.

          Der Erstbieter für HotJobs, TMP, hatte zuvor bekannt gegeben, sein Angebot nicht mehr erhöhen zu wollen. Am Montag hatte HotJobs das im Dezember von Yahoo gemachte Angebot für bedeutender erklärt und TMP ein Ultimatum von 72 Stunden zur Verbesserung ihrer Offerte gestellt.

          Der Größte wollte größer werden

          TMP kontrolliert bereits das größte Online-Stellenvermittlungs-Web-Site Monster.com und wollte auch noch HobJobs haben, um seine Marktposition weiter auzubauen. Die im Juni abgegebene Offerte von TMP über 460 Millionen Dollar in Aktien hatte auf Grund des Rückgangs des TMP-Aktienkurses beträchtlich an Wert verloren und war im Dezember nur noch rund 355 Millionen Dollar wert.

          Die Kaufsumme, die Yahoo nun aufbringen muss, entspricht 10,50 Dollar je HotJobs-Aktie. Zur Begleichung des Baranteils der Offerte will Yahoo auf vorhandene Barmittel zurückgreifen. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2002 abgeschlossen werden.

          Analysten zufrieden

          Analysten begrüßten das erwartete Geschäft von Yahoo. Sie sagten, damit ebne Yahoo den Weg für weitere gebührenpflichtige Dienstleistungen. „Yahoo versucht seit einiger Zeit, die Art seiner Einnahmen zu variieren und nicht mehr zu 100 Prozent von den Werbeeinnahmen abhängig zu sein", sagte Christopher Dixon, Analyst bei UBS Warburg. Die Karriere-Sparten oder die Hilfe-gesucht-Sparten seien ein gutes Geschäft.

          Reichweite und Nutzerzahl zu Geld machen

          "Yahoo hat eine extreme Reichweite und sehr viele Nutzer", sagt Paul Cook, Experte für Technologie-Investments bei Munder Capital Management in Birmingham, Michigan. "Das ist möglicherweise ein Weg, wie sie ihre Reichweite und ihre Nutzerzahl einsetzen können, um Profite daraus zu generieren."

          Nach Angaben des Marktforschungs-Institut Jupiter Media Metrix hatte die Stellenvermittlung HotJobs im vergangenen Monat 6,66 Millionen Internet-Nutzer, Monster.com dagegen 10,1 Million. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in New York.

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