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Internet : Weihnachten beschert Amazon den ersten Gewinn

  • Aktualisiert am

Endlich schwarze Zahlen: Amazon-Chef Jeff Bezos Bild: dpa

Zur Überraschung der Analysten verdiente der Online-Händler erstmals in seiner Geschichte Geld. An der Börse hob die Aktie ab.

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          Das hatten die Analysten nicht erwartet: Der Online-Händler Amazon konnte im vierten Quartal 2001 zum ersten Mal in seiner sechsjährigen Konzerngeschichte einen Nettogewinn erwirtschaften. Das Plus belief sich auf knapp 5,1 Millionen Dollar oder einen Cent pro Aktie - im vergleichbaren Vorjahreszeitraum verbuchte Amazon noch ein Minus von 545,1 Millionen Dollar.

          Amazon-Chef Jeff Bezos hatte zwar das gesamte letzte Jahr hindurch beteuert, im vierten Quartal werde der Sprung in die Profitabilität gelingen. Doch aufgrund der Rezession in den Vereinigten Staaten wurde ihm das kaum noch abgenommen. Im Gegenteil - die Konsensprognose der Analysten ließ einen Verlust von sieben Cents je Aktie erwarten. Und das wäre noch ohne Sonderposten wie Abschreibungen oder Restrukturierungskosten. Stattdessen gab es nun einen Gewinn und noch dazu einen Nettogewinn. Exklusive der Sonderposten, auf so genannter Pro-forma-Basis, stieg der Gewinn gar auf neun Cents je Aktie.

          Börse reagiert euphorisch

          Kein Wunder, dass die Börse geradezu euphorisch auf die Überraschung reagierte und die Aktie um knapp 23 Prozent nach oben katapultierte. Bereits am Freitag war das Papier um gut vier Prozent gestigen, nachdem sich die bekannte Internet-Analystin Holly Becker von Lehman Brothers ein wenig optimistischer als die meisten anderen Branchenexperten gezeigt hatte - ohne freilich gleich einen Gewinn zu prognostizieren.

          Auch beim Umsatz konnte Amazon die Erwartungen übertreffen, wenngleich nicht derart fulminant wie beim Gewinn. So stiegen die Einnahmen im vierten Quartal 2001 um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,1 Milliarden Dollar. "In praktisch jeder Zeile unserer Ertragsrechnung haben wir unsere Erwartungen übertroffen", freute sich Finanzchef Warren Jenson. Das US-Unternehmen hatte im vergangenen Jahr ganz erheblich die Kosten reduziert.

          Weihnachten beschert volle Kassen

          Doch vor allem das Weihnachtsgeschäft hat bei Amazon für Rekord-Umsätze gesorgt. Dazu trug sicherlich auch bei, dass das Unternehmen während des Weihnachtsgeschäfts mit kostenloser Liferung warb. Besonders gut soll das Geschäft im Ausland gelaufen sein. Allein in Deutschland habe Amazon in den letzten Wochen des Jahres 100.000 Postsendungen ausgeliefert, hatte das Unternehmen Ende Dezember mitgeteilt. In Deutschland verfügt Amazon über 3,7 Millionen Kunden.

          Nicht nur die aktuellen Zahlen, sondern auch die erstmals abgegebene Prognose erfreute die Analysten. So erwartet der Online-Händler in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent. Für das erste Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Ergebnis (pro forma) von bis zu 16 Millionen Dollar. Mit den Prognosen liegt Amazon deutlich über den Schätzungen der Analysten. Diese erwarteten bislang für das Quartal einen Verlust beim operativen Ergebnis von elf Cents je Aktie. Allerdings werden die Experten jetzt ihre Prognosen überdenken müssen.

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