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Internet-Software : Weitere Allianzen erwartet

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Keine Freude bei Intershop - wie geht es dem Rest der Branche? Bild: AP

Die Aktie von Intershop verliert weiter an Wert. Analysten rätseln, ob nun die gesamte Softwarebranche für den E-Commerce betroffen ist.

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          Der Aktienkurs von Intershop musste auch am Mittwoch deutliche Abschläge hinnehmen. Der Kurs des Internet-Softwareanbieters fiel zwischenzeitlich auf 7.36 Euro. Das entsprach einem Minus von 24 Prozent, nachdem der Wert bereits am Vortag um 70,8 Prozent eingebrochen war. Auch andere Softwarehersteller wie Brokat und Broadvision verloren deutlich an Wert.

          Derzeit rätseln die Analystenabteilungen der Grossbanken, ob die Gewinnwarnung von Intershop ein negatives Indiz für gesamte Branche ist, oder ob es sich um ein genuin betriebswirtschaftliches Versagen des Jenaer Vorzeigeunternehmens handelt. Verschiedene Finanzinstitute wie UBS Warburg und Credit Suisse Boston reduzierten ihre Ertragserwartungen für Intershop.

          Wie geht es der Internet-Software-Branche?

          Oannis Papassavvas, Analyst bei Deutscher Investment Trust DIT, erwartet zumindest für Broadvision keine Gewinnwarnung für das vierte Quartal. „Insgesamt ist es noch nicht ganz raus, ob die gesamte Branche für Internet-Software betroffen ist. Das muss genau überprüft werden. Aufgrund der Gewinnwarnung von Intershop wird aktuell jedoch kollektiv abgestraft. Das haben wir schon oft gesehen“, so Thomas Friedrich, Analyst der Hypovereinsbank.

          Wie Wilfried Beek, Finanzvorstand der Intershop Communications, mitteilte, habe der Konzern vor allem in den USA mit „verschobenen Investitionen“ zu kämpfen. Analyst Papassavvas geht davon aus, dass Intershop den US-Markt nicht abdecken könne.

          Kooperationen und Allianzen weltweit

          Der ursprünglich stark fragmentierte Weltmarkt für Internet-Software ist zuletzt mehr und mehr zusammen gewachsen. Commerce One ist Kooperationen sowohl mit Intershop, als auch mit SAP eingegangen, ebenso formierten sich IBM, Ariba und i2 Technology zu einer Allianz. Ziel ist es, die eigene Produktpalette zu ergänzen. „Kooperationen dieser Art wie auch eine Konzentration der großen Namen werden die Entwicklung der Branche prägen“, sagt Thomas Friedrich.

          Internet-Software ist die Grundlage für jeden, der Waren oder Dienstleistungen über das Netz verkaufen will. Die so genannte E-Business-Software gibt es in unterschiedlichsten Ausstattungsmerkmalen und Preisen: Große, mittlere und kleine Systeme für international agierende Firmen, den Mittelstand und Kleinstbetriebe. „Derzeit sehen wir eine Konzentration auf große, lukrative Einzelprojekte“, so Friedrich.

          Diese High-End-Shop-Systeme für große Anbieter wie Internet-Banken oder Online-Einzelhändler wie Amazon verwalten hunderttausende Artikel und erlauben zahlreiche parallele Transaktionen. Intershop will sich in diesem Marktsegment mit „Enfinity“ positionieren.

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