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Internet : PDA - kleiner Alleskönner mit großer Zukunft

  • -Aktualisiert am

Läuft auf Linux-Basis Bild: Sharp Electronics GmbH

Egal ob Navigation, Unterhaltung oder Börsengeschäfte, auf der IFA zeigen die Handhelds, was sie können.

          2 Min.

          Klapptastaturen, aufsteckbare Digitalkameras oder ein Farbdisplay gehören zu den PDA-Neuheiten auf der IFA. Die Zukunft des PDA wird aber die direkte Verbindung der Geräte mit den Mobilfunknetzen sein. Ähnlich wie mit einem Arbeitsplatzrechner können die Besitzer dann in WAP- und Internet-Angeboten surfen.

          Später, wenn die Netzbetreiber UMTS als Standard anbieten, könnten die kleinen Computer die Handys vom Markt verdrängen. Denn mit ihren - vergleichsweise - großen Displays, Speichern und Rechenleistungen sind sie den Telefonen überlegen. Die Anwender haben die Möglichkeit, weit mehr Informationen zu laden und die geladenen Daten wesentlich effektiver zu bearbeiten. Mit Headsets, die die Besitzer an die Geräte anschließen werden, nutzen sie sie als mobile Telefone. Damit kommen Geräte zu Ehren, die zunächst lediglich als eine Art tragbare Datenbanken entwickelt wurden.

          Hersteller folgen Marktführer Palm

          Inzwischen haben fast alle Hersteller die Möglichkeiten der kleinen Geräte erkannt. Vom IT-Riesen Compaq bis zu taiwanesischen No-Name-Produzenten werden die Geräte in alle Qualitäts- und Preisstufen hergestellt und vertrieben. Microsoft hat ein eigens für die kleinen Geräte entwickeltes Betriebssystem auf den Markt gebracht, Palm hält mit seiner Eigenentwicklung dagegen. Auch offene Systeme finden sich bei den PDAs. Sharp stellt auf der IFA seinen ersten PDA auf Linux-Basis vor.

          Kann aufnehmen: Der neue Sharp-PDA
          Kann aufnehmen: Der neue Sharp-PDA : Bild: AP

          Ein weiterer gewichtiger Motor der Fortschrittes sind Hardware-Hersteller. Sie liefern neue Module und Erweiterungen. Das sind einmal Prozessoren und Speicherchips, die die interne Rechenleistung der Geräte enorm erweitern, aber auch Zusatzgeräte wie klappbare Tastaturen, GPS-Module oder GSM-Empfänger, die der Anwender extern in die Geräte steckt

          Riesiges Software-Angebot

          Neben den Herstellern und Kunden erliegen auch die Software-Entwickler dem Reiz der smarten Minirechner. Unter ihnen ist es längst zum Sport geworden, immer neue, immer pfiffigere Programme zu schreiben. Gerade hat Novell die zehntausendste Anwendung auf der Basis des Betriebssystems Palm OS vorgestellt. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Allein die so genannte Palm-Economy vergrößere das weltweite Angebot monatlich um durchschnittlich 500 weitere Software-Lösungen, heißt es bei Palm.

          Für Reisen...

          Für die Reisen in unbekannte Städte können sich die Besitzer Stadtpläne auf ihre PDAs laden. Der Suchende braucht nicht mehr an unbekannten Straßenecken mit kompliziert gefalteten Stadtplänen kämpfen. Bevor er verreist, lädt er sich die für die Reise notwendigen Kartenausschnitte auf seinen digitalen Assistenten. Den verbindet er mit einem GPS-Gerät, mit dessen Hilfe bestimmt der PDA-Besitzer exakt seine Position und findet sich so auf den Karten wieder.

          ...Musik...

          Auch für das Komponieren von Musik, Anhören und Bearbeiten von fertigen Stücken können die Besitzer ihre PDAs mit geringem Aufwand erweitern. Stellen die Netzanbieter demnächst einen Breitband-Internet-Zugang zur Verfügung, wird es ein Kinderspiel sein, Musik aus dem Web zu laden, zu bearbeiten und wieder abzulegen.

          ..oder Geschäftliches

          Wer seine Geschäfte unterwegs regeln will, kann sich ebenfalls auf den mobilen Kommandostand verlassen. Über die Mobilnetze wird er bis tief in die Datenbanken seines Unternehmens oder seiner Bank schauen und alle wichtigen Daten - etwa aus den ERP-Systemen oder den Archiven - auf den PDA laden. Die Recherche der aktuellen Börsenkurse, die regelmäßigen Updates der Konten- oder Depotdaten sind erst der Anfang.

          In Zukunft wird der Besitzer des Gerätes seine digitale Signatur auf der Chipkarte des Netzanbieters speichern. Damit gibt ihm der PDA eine eigene, digitale Identität. Mit ihr erhält er Zutritt zu allen Informationen, die Arbeitgeber, Geldinstitut oder Freunde in dessen persönlichen, virtuellen Schließfächern abgelegen.

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