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Technischer Fortschritt : Der Maschinenbau digitalisiert fremd

Maschinen- und Anlagenbauer fertigen wenige, aber dafür spezielle Produkte, deren Fertigung sich relativ schwierig digitalisieren lässt. Bild: dpa

Deutsche Firmen verkaufen viele digitale Geräte. Für den eigenen Produktionsprozess gilt das häufig noch nicht. Hier kommt der Grund.

          Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau verkaufen schon viele digitale Geräte, die unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ zusammenzufassen sind. In der eigenen Produktion sind diese Firmen hingegen zurückhaltend. Das geht aus der Studie „Digital-vernetztes Denken in der Produktion“ hervor, die die Impuls-Stiftung des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in Auftrag gegeben hat.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Forscher des „Instituts für Lernen und Innovation in Netzwerken“ von der Hochschule Karlsruhe haben dafür 335 Mitglieder des VDMA befragt, Experteninterviews geführt und zusätzlich auf eine repräsentative Erhebung eines Fraunhofer-Instituts zurückgegriffen. Demnach hat etwa ein Drittel der Unternehmen eine Digitalisierungs-Strategie, ein weiteres Viertel plant eine solche in den nächsten drei Jahren.

          Mehr als die Hälfte der Unternehmen bietet vor allem digitale Überwachung von Betrieben, zunehmend auch sogenannte vorausschauende Instandhaltung an. Dass die VDMA-Mitglieder stark ausliefern, aber weniger häufig die eigene Produktion digitalisieren, das liegt vor allem in der Struktur begründet: Maschinen- und Anlagenbauer fertigen wenige, aber dafür spezielle Produkte, deren Fertigung sich relativ schwierig digitalisieren lässt.

          „Wir müssen die Dynamik in der IT-Industrie und die Dynamik des Maschinenbaus, der längere Zyklen hat, zusammenbringen“, sagte dazu Manfred Wittenstein, Kuratoriumsvorsitzender der Impuls-Stifung des VDMA.Während die Digitalisierung der IT in den Unternehmen schon Standard sei, gebe es in der Logistik und im Einkauf noch viel Potential. So nutzen nur 5 Prozent der Unternehmen Technik zur Gestensteuerung, Datenbrillen oder Virtuelle Realität.

          Solchen tragbaren Geräten wird von Analysten ein starkes Wachstum vorhergesagt, heutzutage sind sie allerdings oft zu teuer; Unternehmen fragen sich noch zu häufig, wo ihr Einsatz Sinn ergibt. Doch Wittenstein ist sicher: „Da wird viel passieren.“

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