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Internet-Downloads : „Harry Potter“ legal aus dem Netz

  • Aktualisiert am

Bald als Film zum Runterladen: „Harry Potter” Bild: picture-alliance/ dpa

Der Markt für den Internet-Download von Videofilmen ist in Deutschland noch klein. Nun soll er einen kräftigen Wachstumsschub erhalten. Als erstes großes Hollywood-Studio will Warner Bros. Filme über eine Bertelsmann-Tochter anbieten.

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          Der Markt für den Internet-Download von Videofilmen steht in Deutschland noch am Anfang. Nun soll er einen kräftigen Schub erhalten. Als erstes großes Hollywood-Studio will Warner Bros. Filme wie „Harry Potter“ und „Batman“ und auch Fernsehserien wie „O.C. California“ oder „Friends“ zum herunterladen anbieten. Der Preis eines Films solle bei dem einer Kauf-DVD liegen, Starttermin ist März angesetzt.

          Die Bertelsmann-Tochter Arvato stellt dabei die technische Plattform. Der Online-Verkauf von Filmen und TV-Serien ist einer der wichtigsten IT-Trends dieses Jahres. Vor allem in den Vereinigten Staaten kommen immer neue Anbieter dazu. In Deutschland gab es Video aus dem Netz bislang vor allem von T-Online und dem iTunes Music Store des Computerkonzerns Apple.

          Download zunächst nur für PCs

          Auch die Musikkonzernen Sony BMG und EMI werden Inhalte für die Arvato-Plattform GNAB liefern. Warner Bros. will GNAB nicht nur beliefern, sondern die Downloads über den Dienst In2Movies auch selbst vertreiben. Kunden können den heruntergeladenen Film uneingeschränkt behalten. Zunächst soll der Download nur auf den PC möglich sein. In einer späteren Version soll auch das Herunterladen auf DVD-Recorder oder auch auf tragbare Geräte ermöglicht werden.

          Die Plattform GNAB war von der Bertelsmann-Tochter Arvato mobile entwickelt worden und wird im Rahmen einer Technologiepartnerschaft auch vom amerikanischen Softwarekonzern Intel unterstützt. Für den Gütersloher Medienkonzern ist GNAB auch eine Antwort auf die Erfahrungen mit der amerikanischen Musiktauschbörse Napster. Bertelsmann hatte Napster finanziell unterstützt, um sie zu einer legalen Plattform umzuwandeln und sieht sich deswegen nun mit juristischen Forderungen in Milliardenhöhe konfrontiert.

          Aus illegalen, legale Nutzer machen

          Die Besonderheit der von Arvato mobile entwickelten Download-Plattform liegt darin, daß die Daten nicht nur von zentralen Servern heruntergeladen werden können, sondern zum Teil auch von Computern anderer Nutzer, die den entsprechenden Film ebenfalls gekauft haben. Damit wird das sogenannte „Peer-to-Peer“ Prinzip genutzt, bei dem zwei Computer im Netz miteinander kommunizieren. GNAB soll nun die Flexibilität von Peer-to-Peer-Systemen mit der Sicherheit zentraler Server verbinden. Ein Arvato-Sprecher betonte, mit Warner sei das „erste große Hollywoodstudio“ als Lieferant für die Tauschbörse gewonnen worden.

          Warner geht derzeit von 1,7 Millionen Internetznutzern in Deutschland aus, die Filme illegal aus dem Internet herunterladen. 73 Prozent davon hätten Studien zufolge aber Interesse an einer legalen und bezahlten Download-Möglichkeit. Diese Zielgruppe spreche das neue Angebot an.

          Warner will im März mit In2Movies starten und wäre damit der erste GNAB-Nutzer am Markt. Das Angebot soll sich zunächst auf den deutschen Markt konzentrieren. 80 Filme und Serien sollen auf der Plattform bereitstehen. In einem zweiten Schritt sollen über In2Movies auch Produkte anderer Firmen zugänglich sein. Auch Medion, bekannt als Lieferant von Elektronik für die Aldi-Supermärkte, hat einen Vertrag mit Arvato unterschrieben und will in Kürze Filme und Musik über GNAB zum legalen Download anbieten. Ein Starttermin ist noch nicht bekannt.

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