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Internationale Energieagentur : Irans Ölexport sinkt stark

  • -Aktualisiert am

Ölproduktion im Iran Bild: REUTERS

Seit Anfang des Jahres hat Iran 40 Prozent weniger Öl exportiert, meldet die Internationale Energieagentur. Dies deutet darauf hin, dass die Sanktionen gegen das Land wirken.

          Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Ölexport Irans seit Anfang des Jahres um rund 40 Prozent gesunken. Die IEA, die führende Ölverbrauchsländer vertritt, berichtete in ihrem Monatsbericht am Mittwoch, dass die Ölexporte Irans zuletzt 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag betrugen. Ende des Jahres waren es noch 2,5 Millionen Barrel am Tag gewesen.

          Der erhebliche Rückgang der iranischen Ölexporte deutet darauf hin, dass die internationalen Sanktionen gegen das Land Wirkung zeigen. Wegen des Atomstreits zwischen dem Westen und Iran gibt es nicht nur Sanktionen gegen die Finanzindustrie des ölreichen Landes. Ab Juli gilt ein Importstopp für iranisches Öl in der Europäischen Union (EU). Zuletzt hatten bereits viele Länder die Käufe iranischen Öls reduziert. Gleichzeitig haben allerdings Länder wie zum Beispiel China und Indien weiterhin ein Interesse daran, den Rohstoff aus dem Iran zu erhalten und wollen für sich einen guten Kaufpreis erzielen.

          Iran lagert viel Öl auf See

          Aus Iran heißt es derweil, dass es keine Probleme mit dem Verkaufs seines Öls habe. Auch gebe es keine große Reduzierung der Produktionsleistung mit Blick auf das EU-Ölembargo, sagte Irans Ölminister Rostam Qasemi am Mittwoch. Am Donnerstag will die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) über ihre Fördermenge und das Preisniveau am Ölmarkt entscheiden.

          Derweil berichtet die IEA auch, dass Iran in Öltankern auf dem Meer mittlerweile bis zu 42 Millionen Barrel Öl lagere. Zudem werde an Land 25 Millionen Barrel Öl gelagert. Laut IEA sei eine genaue Berechnung der Ölmenge auf See schwierig, da die iranischen Tanker ihre Ortungssysteme ausschalteten. Die Ölmärkte auf der Welt sind derweil nach IEA-Angaben besser als noch zu Beginn des Jahres versorgt. Die Ölpreise waren auch wegen der Irankrise im März bis auf 128 Dollar für die Sorte Brent gestiegen, seitdem aber wieder um rund 20 Prozent gesunken.

          Ölpreise legen etwas zu

          Am Mittwochnachmittag haben die Ölpreise  leicht ins Plus gedreht. Ein Barrel (159 Liter der Nordseesorte Brent zur Juli-Lieferung kostete 97,39 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 9 Cent auf 83,40 Dollar.

          Die etwas freundlichere Stimmung an den Finanzmärkten habe die Ölpreise gestützt, sagten Händler. Zudem habe nach den starken Kursverlusten der vergangenen Tage eine leichte Gegenbewegung eingesetzt. Angesichts der weiter schwelenden Schuldenkrise in der Eurozone und den am Wochenende anstehenden Wahlen in Griechenland, dürfte das Öl aber tendenziell unter Druck bleiben.

          Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist deutlich gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 94,99 Dollar. Das waren 2,35 Dollar weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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