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Insolvenzen : Zwangsversteigerungen auf Rekordniveau

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In Deutschland werden in diesem Jahr so viele Immobilien zwangsversteigert wie noch nie. Bei den deutschen Amtsgerichten wurden 91.700 Versteigerungstermine festgesetzt. Die Tendenz ist weiter steigend.

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          In Deutschland werden in diesem Jahr so viele Immobilien zwangsversteigert wie noch nie. Bei den deutschen Amtsgerichten wurden 91.700 Versteigerungstermine festgesetzt und damit 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Argetra GmbH am Freitag in Ratingen mitteilte.

          Das Unternehmen, das einen monatlichen Versteigerungskalender herausgibt, erwartet künftig einen etwas geringeren Anstieg der Zwangsversteigerungen. „Von einem Stillstand oder gar Rückgang kann aber noch keine Rede sein“, sagte Geschäftsführer Winfried Aufterbeck.

          Wenig Interessenten in den neuen Bundesländern

          Die Verkehrswerte der zur Versteigerung angebotenen Immobilien blieben bei rund 18 Milliarden Euro stabil. „Vor allem Gewerbe- und Renditeimmobilien in den ostdeutschen Bundesländern finden auch beim dritten oder vierten Zwangsversteigerungs-Termin keinen Käufer“, sagte Aufterbeck.

          Die Objekte seien häufig schwer vermietbar, oft sanierungsbedürftig und zu teuer finanziert oder erworben. Jede sechste Gewerbeimmobilie bekomme deshalb einen zweiten Versteigerungstermin, wo kein Mindestgebot mehr festgelegt sei.

          Anders sieht es bei den privat genutzten Immobilien aus, die rund zwei Drittel aller Zwangsversteigerungen ausmachen. Sie werden den Angaben zufolge in aller Regel beim ersten Termin verkauft.

          Weniger Zwangsversteigerungen in Bayern

          Regional sieht die Entwicklung in Deutschland sehr unterschiedlich aus. So stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen in Sachsen/Thüringen (plus 17,5 Prozent), in Rheinland-Pfalz/Saarland (plus 17,1 Prozent) und in Sachsen-Anhalt/Mecklenburg-Vorpommern (plus 14,8 Prozent) stark an. Rückläufige Zahlen registrierte die Argetra dagegen in Bayern (minus 15,3 Prozent), Baden-Württemberg (minus 6,9 Prozent) und Hamburg/Schleswig-Holstein (minus 6,7 Prozent).

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