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Insolvenz : Das Ende von Kodak

Relikte aus der guten alten Zeit: Kodak-Filmrollen Bild: dpa

Kodak ist insolvent. Viel zu lange klammerte sich das Unternehmen an seine berühmten Filmrollen. Das Unternehmen hatte nicht den Mut, sich entschlossen in die digitale Fotografie zu wagen. Immer war von „Kannibalisierung“ die Rede.

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          Eastman Kodak hat Insolvenz beantragt. Einer der traditionsreichsten amerikanischen Konzerne, der noch vor zehn Jahren zum Dow-Jones-Index gehörte, bricht zusammen.

          Das ist die Strafe dafür, dass der einstige Fotopionier auf Bewahrung statt auf Innovation gesetzt hat. Kodak klammerte sich lange an sein hochprofitables Geschäft mit seinen berühmten Filmrollen. Das Unternehmen hatte nicht den Mut, sich mit einem rechtzeitigen und entschlossenen Vorstoß in die digitale Fotografie selbst zu kannibalisieren, also übernahm dies der Wettbewerb.

          In der Fotografie wurde Kodak zunehmend irrelevant. Der Einstieg in andere Geschäfte wie Drucker konnte dies nicht ausgleichen. Insolvenzen sind in Amerika oft ein Instrument für einen Neuanfang. Ob aber auch Kodak dies gelingen kann, darf bezweifelt werden.

          Jenseits der offenbar wertvollen Patente, die nun in der Insolvenz versilbert werden sollen, ist von Kodak nicht mehr viel übriggeblieben, was eine verheißungsvolle Zukunft versprechen könnte. Es gibt prominente Fälle aus der jüngeren Vergangenheit wie den kanadischen Netzwerkausrüster Nortel, bei denen ein Insolvenzantrag schließlich in eine Liquidierung mündete. Das könnte auch Kodak drohen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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