https://www.faz.net/-gqe-70a3j

Insolvente Drogeriekette : Schicksalstag für Schlecker

  • Aktualisiert am

Schon in den nächsten Stunden könnte es Klarheit für die verbliebenen 14.300 Mitarbeiter geben. Bild: DPA

Tag der Entscheidung in Berlin: In den nächsten Stunden beraten die Gläubiger von Schlecker darüber, ob die insolvente Drogeriemarktkette endgültig schließen muss. Die verbliebenen knapp 15.000 Mitarbeiter bangen, denn die Zeichen stehen nicht gut.

          1 Min.

          Die Gläubiger der insolventen Drogeriemarktkette entscheiden an diesem Freitag darüber, ob das Unternehmen Geschichte wird oder nicht. Dazu kommt der Schlecker-Gläubigerausschuss in Berlin zusammen. Schon in den nächsten Stunden könnte es Klarheit für die verbliebenen 14.300 Mitarbeiter geben, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Zeichen stehen nicht gut, doch die Belegschaft hofft auf eine Rettung in letzter Sekunde. „Möglich ist alles“, hatte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Donnerstagnachmittag gesagt.

          Gewerkschaften bitten Regierung um Geld

          Vor genau einer Woche hatten die drei größten Gläubiger den verbliebenen Investoren eine letzte Frist gegeben, ihre Angebote nachzubessern. Die beiden Interessenten - Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und der amerikanische Investor Cerberus Capital Management - sollen bei Kaufpreis und Konzept noch nachlegen. Mit ihnen war Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bis zuletzt noch in „harten Verhandlungen“.

          Falls an diesem Freitag das endgültige Aus beschlossen werden sollte, erhalten die verbliebenen Mitarbeiter wohl spätestens Anfang Juli die Kündigung. Davor würde der Wareneinkauf gestoppt, der Ausverkauf in den Filialen gestartet sowie sämtliche Verträge mit Lieferanten und Vermietern gekündigt. Parallel würde das restliche Tafelsilber verkauft: Auslandsgesellschaften und Immobilien. Mit den Einnahmen würden zunächst laufende Kosten gedeckt: Gehälter, Warenbestellungen aus der Zeit der Insolvenz und die Tätigkeit der Insolvenzverwaltung. Der Rest käme in einen Topf, der unter den Gläubigern aufgeteilt würde.

          Am Freitagvormittag meldete sich die Gewerkschaft Verdi mit einem eindringlichen Appell: Sie forderte die Politik auf, einen Rettungsbeitrag zu leisten, der Geiwitz bei der Investorensuche Spielraum verschaffen könnte. Der Vorschlag stieß bislang aber auf taube Ohren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.