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Insiderhandel : Bafin prüft Kursanstieg vor Übernahmeangebot

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Auf jede Übernahme, die bekanntgegeben wird, hat die Handelsaufsicht Bafin ein Auge. So auch bei Merck und Schering - bei den beiden Firmen wird sie sogar noch etwas genauer hinsehen, denn der Verdacht des Insiderhandels steht im Raum.

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          Nicht nur der Sprung der Schering-Aktie am Montag, auch die Kursentwicklung an den Tagen zuvor läßt aufhorchen. So kletterte Schering von Montag bis Freitag um 10 Prozent, obwohl das Übernahmeangebot von Merck erst am Sonntag bekanntgegeben wurde. Die Handelsaufsicht Bafin ließ sich am Montag nur zur üblichen Aussage bewegen, doch der Verdacht auf Insiderhandel steht im Raum. „Wir prüfen routinemäßig auffällige Kursbewegungen vor Übernahmeangeboten, so auch bei Schering“, sagt Sprecherin Anja Neukötter.

          Schering ist eigentlich ein schwankungsarmer Dax-Wert. Womöglich habe Schering eigene Aktien zurückgekauft, mutmaßten Aktienhändler in der vergangenen Woche über den Kursanstieg. Der Aktienmarkt stehe vor einer Schwächephase, und Pharmatitel gelten als defensive Anlagen. Die Bank Morgan Stanley hatte mit diesem Argument den Pharmasektor empfohlen. So legte auch Altana um 5 Prozent zu, während der Dax 2 Prozent gewann. Im Licht des Übernahmeangebots erscheinen die zuvor genannten Gründe für die Kursgewinne von Schering allerdings wenig überzeugend.

          Der Nachweis von Insiderhandel ist schwierig

          Vielmehr könnte jemand aus dem Umfeld von Merck das Übernahmeangebot genutzt und vor Veröffentlichtung dieser kursrelevanten Tatsache Aktien gekauft haben. Dies nachzuweisen wäre Sache der Bafin. „Wir schauen uns den Kursverlauf und die Handelsumsätze in der Schering-Aktie an“, erklärt Neukötter. Zunächst liegen die Daten über die Käufer nur anonymisiert vor. Sollte die Bafin feststellen, daß über eine bestimmte Bank ungewöhnlich viele Aktien gekauft worden sind, könnte die Behörde eine formelle Untersuchung einleiten.

          Das Gesetz verbietet demjenigen den Handel mit Aktien, der über Insiderinformationen verfügt. Als Primärinsider kommen im Falle von Merck die 120 Familienaktionäre und die Mitarbeiter der Geschäftsführung in Betracht. Diese Primärinsider können zudem ihr Wissen an weitere Personen weitergegeben haben. Dies macht den Nachweis von Insiderhandel schwierig. Insider können mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft werden. Primärinsider, die kursrelevante Informationen an Dritte weitergeben, können auch mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren bestraft werden.

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