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Innovationsmanagement : Früh die Weichen für neue Produkte stellen

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Forschung ist auch Glücksache Bild: dpa

Warum scheitern häufig innovative Produkte lange vor der Marktphase? Eine Antwort liegt darin, daß während der Entwicklung zu Beginn des Projektes Unterlassungen begangen wurden, die sich später als schwerwiegende Hypotheken erweisen.

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          Warum scheitern häufig innovative Produkte lange vor der Marktphase? Eine Antwort liegt darin, daß während der Entwicklung zu Beginn des Projektes Unterlassungen begangen wurden, die sich später als schwerwiegende Hypotheken erweisen. Produkt- und Prozeßinnovationen sichern das Überleben sowie das Wachstum von Unternehmen und ganzen Industrien. Diese Erkenntnis ist weitgehend bekannt, und die Anzahl von Büchern und Publikationen zum Innovationsmanagement hat in den letzten zwanzig Jahren ein beachtliches Volumen erreicht. Das Innovationsmanagement in der Praxis gestaltet sich hingegen nach wie vor als komplexer Prozeß, und die hohen "Flopraten" bei neu auf dem Markt eingeführten Produkten, die je nach Branche zwischen 40 und 50 Prozent liegen, verdeutlichen dies immer wieder aufs neue. Doch warum tun sich Unternehmen oft so schwer, Innovationen zielgerichtet zu entwickeln und zu vermarkten? Ein Grund hierfür ist, daß die Innovationsprozesse mit steigendem Innovationsgrad der Produkte im Gegensatz zu Routineinnovationen immer schwerer beherrschbar werden. Die Technologie ist neu, das heißt, es gibt noch keine Erfahrungen bezüglich deren Leistungsfähigkeit, und der Anwendungsmarkt ist auch noch nicht entwickelt. Kunden, die man hinsichtlich ihrer Probleme und Bedürfnisse befragen könnte, gibt es also auch noch nicht. Technische Unsicherheit und Marktunsicherheit sind somit zu Beginn der Entwicklung neuer Produkte hoch. Je nach Markt-, Wettbewerbs- und Technologiedynamik in der jeweiligen Industrie nimmt die Problematik, schnell, marktgerecht und kosteneffizient Innovationen zu entwickeln, noch zu. Wie gehen die Unternehmen hiermit um?

          In den vergangenen Jahren sind massive Anstrengungen in fast allen Industrien unternommen worden, effiziente Innovationsprozesse einzuführen. In diesem Zusammenhang wird häufig von sogenannten "Stage-Gate-Prozessen" gesprochen, worunter man einen in Phasen unterteilten Prozeß versteht, der von der Ideenfindung für eine Innovation bis zu deren Markteinführung alle erforderlichen Aktivitäten und Meilensteine enthält, um zielgerichtet Unsicherheiten bezüglich des Marktes und der Technik abzubauen. Sowohl die Theorie wie auch die Management-Praxis hat sich hierbei insbesondere auf die Optimierung der Phasen konzentriert, in denen das Produkt entwickelt und - im Fall eines physischen Produktes - produziert wird. Im Zuge der "Simultaneous-Engineering"-Bewegung wurden die Prozesse durch Parallelisierung von Aktivitäten effizienter und schlanker gestaltet, und durch "Business-Process-Redesign" bekamen auch die Innovationsprozesse verantwortliche "Process-Owner". Klassische Schnittstellen-Konflikte wie zwischen Forschung und Entwicklung (FuE), Marketing und Fertigung wurden durch interdisziplinäre Projektmanagementstrukturen zu beseitigen versucht. Diese Maßnahmen haben sicherlich viel Positives bewirkt, doch bis heute gibt es kein Innovationsprozeßmodell, welches die skizzierten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit radikalen Innovationsprojekten beseitigen würde.

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