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Innovationsmanagement : Früh die Weichen für neue Produkte stellen

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Ferner wurde die aus unserer Sicht bedeutende frühe Phase von Innovationsprozessen, die alle Aktivitäten von der Ideenentwicklung über deren Bewertung bis zur Konkretisierung in Form von Produkt- und Projektspezifikationen enthält, bisher insbesondere von der Praxis stark vernachlässigt. Aber warum ist gerade diese frühe Phase, auch als "Fuzzy-Front-End" bezeichnet, so bedeutungsvoll und findet nicht ausreichend "Management-Aufmerksamkeit"? Hier werden die Weichen gestellt, welche Ideen im weiteren Verlauf des Innovationsprozesses verfolgt werden und welche Projekte konkret initialisiert werden. Damit werden aber auch die Folgekosten maßgeblich vorgegeben, die je nach Branche und Vorhaben sehr hohe Dimensionen annehmen können. Unklare Vorgaben können zu unnötigen Abweichungen und Iterationsschleifen im späteren Prozeßverlauf führen, die meist mit hohen Kosten und Verzögerungen der Markteinführung verbunden sind. Die Bedeutung der frühen Innovationsphasen wird seit längerem vermutet. Betrachtet man Innovationsprozesse vereinfacht als Input-output-Modell, wird dies auch intuitiv deutlich. Die Relevanz der frühen Phasen wurde bisher nur in Form von Einzelfällen und pauschalen Erfolgsfaktorenstudien betrachtet. Detaillierte Untersuchungen lagen bisher nicht vor. An der Technischen Universität Hamburg-Harburg (www.tuhh.de/tim) wurde deshalb kürzlich eine detaillierte Untersuchung der frühen Innovationsphasen in der deutschen Meß-, Steuer- und Regelungstechnik durchgeführt und erstmals empirische Daten bezüglich der Wirkung der frühen Phasen auf den weiteren Prozeßverlauf und den Erfolg von Produktentwicklungsprojekten für diese Branche ermittelt. Hierbei wurden Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Aktivitäten der frühen Phasen und der Innovationsgrad als wesentlicher Einflußfaktor auf Innovationsprozesse explizit bei der Modellentwicklung berücksichtigt. Die empirischen Ergebnisse stützen die vermutete hohe Bedeutung der frühen Phasen erstmals - zumindest in der untersuchten Branche.

Gründe für Abweichungen

Kernergebnisse der Studie bezüglich der Wirkung der frühen Phasen auf den weiteren Projektverlauf sind, daß Abweichungen von Vorgaben aus den frühen Phasen vorwiegend von der Höhe des Innovationsgrades hervorgerufen werden. Unnötige Abweichungen können insbesondere durch den gezielten Abbau von technischer Unsicherheit und die möglichst frühe Einbindung aller relevanten Funktionsbereiche vermieden werden. Auch der frühzeitige Abbau von Marktunsicherheit trägt zur Reduzierung von Abweichungen bei, ist aber in der technikorientierten Meß-, Steuer- und Regelungstechnik weniger entscheidend als der Abbau technischer Unsicherheit. Eine gute Kommunikation während des Projekts hängt dagegen kaum von der Projektart beziehungsweise dem Innovationsgrad des Projektes ab. Für eine gute Kommunikation ist es gemäß der Analyseergebnisse statt dessen entscheidend, daß möglichst früh Funktionsbereiche interdisziplinär zusammenarbeiten. Gemeinsame Planungsprozesse und -unterlagen können hierfür als Kommunikationsgrundlage dienen. Auch der Abbau von Unsicherheiten vermeidet spätere Spannungen und Mißverständnisse.

Aufmerksamkeit in frühen Phasen

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