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Innovationen : Greenpeace kam zu Hilfe

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Dank sächsischem Tüftlergeist konnte die Öko-Zeitbombe entschärft werden Bild: A.P.

Seit Werner von Siemens seinen Generator erfand, zeigten sich deutsche Elektronik-Unternehmen immer wieder innovationsfreudig. So auch die sächsische Firma Foron, die den FCKW-freien Kühlschrank entwickelte.

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          Ein Leben ohne elektrischen Strom ist heute nicht mehr denkbar. Spätestens wenn der Strom einmal ausfällt, wissen wir wieder, wieviel Angenehmes doch durch den Strom erzeugt wird. Was nur wenige wissen, ist, daß viele dieser angenehmen Dinge deutsche Erfindungen sind. Das fängt bei der Stromerzeugung an. Werner von Siemens erfand die elektromagnetisch betriebenen Generatoren, wie sie auch heute noch in vielen Wärme-, Atom- und Wasserkraftwerken eingesetzt werden. Siemens ist übrigens noch heute Deutschlands innovativstes Unternehmen, gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen. Fast 4000 Anmeldungen bekommen das Deutsche und das Europäische Patentamt in München von dem Elektrokonzern, gefolgt von Bosch, dem Erfinder der Zündkerze.

          Zu Siemens gehört heute auch Osram, fast ein Synonym für Glühbirne. Den Strom in Licht umzuwandeln, war ein weiterer wichtiger Schritt zur allgemeinen Elektrifizierung. 1854 hatte Heinrich Göbel die zündende Idee, Fasern in einem Vakuum zum Glühen zu bringen. Schon die erste Glühbirne brannte 40 Stunden und löste damit schnell alle vorherigen Experimente mit Lichtbögen oder Glühdrähten in normaler Umluft ab.

          Der abendliche Blick in die Fernsehnachrichten wäre ohne Strom nicht möglich. Den Fernseher dazu erfand Manfred von Ardenne vor 75 Jahren. Er nutzte zur Bildabtastung den Leuchtfleck einer Braunschen Röhre, die elektrische Ströme sichtbar macht. Heute werden im Jahr 167 Millionen Stück davon verkauft. Und das System der Röhre wird erst langsam von den modernen Flachbildschirmen abgelöst. Auch das Telefon funktioniert nur, weil es Philipp Reis gelang, Töne in elektrischen Strom umzuwandeln und andernorts als Schall wiederzugeben.

          Umweltfreundliche Revolution aus Sachsen

          Ganz anders nutzen die Kühlschränke den Strom. Dem Inhalt wird Wärme entzogen. Das Grundprinzip wurde zwar nicht hierzulande erfunden. Aber eine wichtige Erweiterung. 44 Jahre nach der Entdeckung des Fluorkohlenwasserstoffs ist eindeutig klar: Das farb- und geruchlose Gas ist alles andere als harmlos. Die enthaltenen Chloratome zerstören die Ozonschicht, die Atmosphäre heizt sich auf. Verheerend, daß in Deutschlands Kühlgeräten Tonnen dieses Umweltgifts schlummern.

          Das sächsische Unternehmen DKK, seit November 1989 Foron, entdeckte die Marktlücke und beschloß, sie mit einem umweltfreundlichen Kühlschrank zu füllen. Betrieben wird er mit den umweltfreundlichen Gasen Propan und Isobutan. Das fand die Konkurrenz nicht gut - wohl aber die Umweltorganisation Greenpeace. Mit Hilfe von Greenpeace konnte der fluorkohlenwasserstofffreie Kühlschrank seit 1993 seinen Siegeszug antreten.

          Ohne Strom wäre auch eine ganz andere Erfindung nicht möglich. Seit drei Jahren kann man die Hochhäuser dieser Welt mit den sogenannten Twin-Aufzügen von Thyssen-Krupp befahren. Das neue System sieht zwei übereinander angeordnete Kabinen je Schacht vor, die unabhängig voneinander einzelne Etagen anfahren. Die Steuerung weist dem rufenden Fahrgast je nach Zieletage eine Kabine zu. Die Zielrufe werden so verteilt, daß sich die Kabinen nicht behindern und immer einen großen Sicherheitsabstand zueinander wahren.

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