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Infrastruktur : Warum es in Deutschland nicht vorangeht

Fast 20 Milliarden Euro warten darauf, ausgegeben zu werden. Bild: Illustration Dmitri Broido

Schienen, Straßen und Stromleitungen brauchen Jahrzehnte, bis sie endlich gebaut sind. Am Geld fehlt es nicht. Wenn nur die Bürokraten und Bremser nicht wären.

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          Den Schierlings-Wasserfenchel kennt inzwischen fast ganz Hamburg. Dabei kann man ihn selten in freier Natur erleben. Genau deshalb kam die Sumpfpflanze ins Gespräch, als in Hamburg die Elbe vertieft werden sollte, damit größere Schiffe auch in den Hamburger Hafen fahren können. Der Schutz des Schierlings-Wasserfenchels war den Gerichten am Ende so wichtig, dass der Bau erst nach 17 Planungsjahren im Juli dieses Jahres begonnen werden konnte.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Über Deutschlands Infrastruktur regen sich die Leute schon lange auf. Dabei geht es nicht nur darum, dass Autobahnbrücken verfallen, weil nicht genug Geld für die Wartung da ist. Auch Neubauten gehen nicht voran, und zwar aus ganz anderen Gründen. Zwischen Kassel und Eisenach ist die neue Autobahn 44 noch längst nicht fertig, sie war als „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ geplant worden, und zwar im April 1991, also vor fast 29 Jahren. Im Gesetz wurde damals eine „vordringliche Durchführung“ gefordert. Nur ein Jahr später nahm die Bundesregierung eine Neubaustrecke für die Bahn zwischen Hamburg und Hannover in ihre Planung auf, die sogenannte „Y-Trasse“: Die aber scheiterte im Jahr 2015 und wurde durch eine Minimallösung ersetzt, und zwar nicht wegen der Deutschen Bahn oder der Politik, sondern in einem Dialogforum mit Kommunen, Umweltverbänden und Bürgerinitiativen. Nicht alle Bauvorhaben in Deutschland scheitern am Geld. Und sie lassen sich beschleunigen.

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