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Infrastruktur : Stillstand in Deutschland

Anwohner der Region Rosenheim demonstrieren in der Innenstadt gegen den Bau einer neuen Trasse für den Nordzulauf im bayerischen Inntal. Bild: dpa

Die Deutschen machen sich für Klimaschutz und sauberen Verkehr stark. Doch wenn Windräder und Bahnstrecken entstehen, rebellieren sie – wie jetzt im Inntal.

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          „Bestand modernisieren statt Heimat zerstören“, war auf ihren Transparenten zu lesen, mit Trillerpfeifen machten sie sich lautstark Luft: Etwa hundert Menschen haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montag in Rosenheim empfangen. Sie protestierten gegen den geplanten Neubau einer zweigleisigen Bahntrasse durch das Inntal. Scheuer war nach Oberbayern gekommen, um mit der Deutschen Bahn nach einer Sitzung von Projektbeirat und Regionalforum fünf Vorschläge für einen möglichen Verlauf einer neuen, umstrittenen Bahnstrecke vorzulegen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das größte europäische Verkehrsprojekt ist damit das nächste Bauvorhaben in Deutschland, gegen das sich erbitterter Widerstand bildet. Die neue Strecke soll von Südtirol durch die Alpen bis nach Bayern führen. Während in Italien und Österreich längst am Brenner-Basistunnel gebaut wird, haben sich hierzulande mehr als ein Dutzend Bürgerinitiativen formiert, die analog zum Stuttgarter Bahnhofsbau vom „Inntal 21“ sprechen. Der Neubau auf deutscher Seite soll die Kapazitäten zum Brenner-Basistunnel erweitern, durch den voraussichtlich vom Jahr 2028 täglich bis zu 400 Züge rollen können. Wenn mehr Verkehr auf die Schiene verlagert würde, könnte die Brennerroute vom stark steigenden Lastwagenverkehr erheblich entlastet werden.

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