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Inflationsziel : Weidmann gegen zeitweises Überschießen

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann Bild: Reuters

Der Bundesbank-Präsident stellt sich gegen das Konzept einer flexiblen Inflationssteuerung, wie es einige Währungshüter für die EZB fordern – aus mehreren Gründen.

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          Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich gegen das Konzept einer flexiblen Inflationssteuerung ausgeprochen, bei dem ein zweitweises Überschießen des Teuerungssziels toleriert wird. Insgesamt überzeuge ihn ein solches Konzept nicht, sagte Weidmann am Donnerstag laut Redetext vor dem Freundeskreis der Ludwig-Erhard-Stiftung. Stillzuhalten, wenn die Inflation in der mittleren Frist über das Ziel hinaussteige, könne missverstanden werden. „Es könnte also als Versuch der Geldpolitik fehlinterpretiert werden, die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen über das Ziel der Preisstabilität zu stellen“, sagte Weidmann. Die Verankerung der Inflationserwartungen sei womöglich dann noch schwieriger.

          Bei einer solchen im Fachjargon als ,Average Inflation Targeting’ bekannten Strategie muss eine Notenbank die Zinsen erst dann anheben, wenn die Inflation eine gewisse Zeit über dem Ziel gelegen hat, sofern eine Phase mit zu geringer Teuerung vorausgegangen war. Die Inflation soll so im Mittel das Ziel erreichen, ohne dass die Währungshüter frühzeitig auf zu niedrigen oder erhöhten Preisdruck reagieren müssten.

          Weidmann befürchtet zudem, dass eine derartige Form der flexiblen Inflationssteuerung von der Öffentlichkeit schwer zu verstehen ist. Vor dem Hintergrund des aktuell wieder kräftigeren Preisauftriebs rief er die Notenbanken dazu auf, nicht nur auf Deflationsrisiken zu achten – also auf die Gefahr einer gefährlichen Abwärtsspirale bei Preisen, Löhnen und Investitionen. „Mir ist wichtig, dass unsere Geldpolitik keine Schlagseite hat – weder in die eine noch in die andere Richtung“, sagte er.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich gerade mitten in der Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie. Im Zentrum steht eine Überarbeitung des mittelfristigen Inflationsziels von aktuell unter, aber nahe zwei Prozent. Einige Währungshüter können sich vorstellen, es zuzulassen, dass die Inflation für eine gewisse Zeit die Marke von zwei Prozent übersteigt. Dabei wird unter anderem darauf verwiesen, dass die Währungshüter inzwischen schon seit fast zehn Jahren ihr bisheriges Inflationsziel verfehlt haben.

          In den USA wird inzwischen eine Form des ,Average Inflation Targeting’ betrieben. Dort hatte die US-Notenbank Fed nach einem Strategieschwenk in Aussicht gestellt, die Zinsen so lange nahe Null zu halten, bis die Inflation dabei sei, für einige Zeit das Ziel von zwei Prozent Teuerung moderat zu übertreffen.

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