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Konjunktur : Deutsche Wirtschaft wächst im Frühjahr „allenfalls leicht“

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Gestörte Lieferketten lasten derzeit auf der deutschen Wirtschaft. Bild: dpa

Der übliche Wirtschaftsaufschwung im Frühjahr bleibt aus. Schuld sind der Krieg in der Ukraine, die Inflation und Lieferengpässe, so die Deutsche Bundesbank.

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          Der übliche Frühjahrsaufschwung der deutschen Wirtschaft fällt der Bundesbank zufolge diesmal wegen der Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine ins Wasser. „Im zweiten Quartal 2022 dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung aus heutiger Sicht allenfalls leicht zulegen“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. „Gegenwind kommt insbesondere von der hohen Inflation, den Lieferengpässen, der hohen Unsicherheit und der schwächeren Auslandsnachfrage.“ Dem wirkten die breitflächigen und weitgehenden Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen entgegen, von denen vor allem die Dienstleister profitieren dürften.

          Die negativen Effekte durch die Kriegsfolgen dürften die zuvor angelegte kräftige Erholung in Europas größter Volkswirtschaft erheblich schwächen. „Der Konsum der privaten Haushalte wird von der hohen Inflation und der Unsicherheit über den Fortgang des Krieges gedämpft“, erläuterte die deutsche Notenbank. „Hohe Energie- und Materialkosten sowie die gestiegene Unsicherheit belasten zudem die Produktion in der Industrie und im Bau.“

          Aufgrund des Ukraine-Kriegs und coronabedingter Lockdowns in China seien zudem die Lieferketten erneut stark strapaziert. „Die Exporte dürften aufgrund der Beeinträchtigungen des Außenhandels und einer infolge der Auswirkungen des Krieges niedrigeren Auslandsnachfrage ebenfalls spürbar unter dem Stand des Winterquartals verbleiben“, hieß es.

          Verluste könnten noch zunehmen

          Von der Bundesbank im März befragte Industrieunternehmen gehen wegen des Ukraine-Kriegs davon aus, dass die Produktionsverluste im zweiten Quartal noch zunehmen und zugleich der Höhepunkt der Probleme in den Lieferketten erreicht wird. Danach dürften die erwarteten Produktionsverluste nach und nach abklingen. „Allerdings erwarten die Unternehmen selbst im Jahr 2024 noch merkliche Produktionsverluste durch Lieferengpässe“, so die Bundesbank.

          Im ersten Quartal ist die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet die Bundesregierung in ihrer Frühjahrsprognose nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. Im Januar hatte die Ampel-Koalition noch ein Plus von 3,6 Prozent veranschlagt.

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