https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/inflation-sorgt-fuer-weniger-kaufkraft-trotz-mehr-steuern-18228351.html

Inflation : DIHK fordert sofortigen Abbau der kalten Progression

Die Inflation schmälert die Kaufkraft der Verbraucher. Bild: dpa

Die Inflation frisst die Kaufkraft vieler Steuerzahler auf. Mehr Steuern bezahlen müssen sie trotzdem. Die „kalte Progression“ spült allein dieses Jahr 10 Milliarden Euro in die Staatskasse. DIHK-Chef Adrian fordert Entlastung – und zwar schon für 2022.

          3 Min.

          Mit den hohen Inflationsraten steigen in Deutschland allmählich auch die Löhne und Einkommen stärker an – meist allerdings nur auf dem Papier: Soweit sich der nominale Anstieg unterhalb der Teuerung bewegt, kann man sich dafür real nichts kaufen. Und es kommt sogar ein zweites Ärgernis hinzu: Wer davon betroffen ist, muss trotzdem höhere Steuern zahlen. Denn die Prozentsätze der Einkommensteuer sind umso höher, je mehr man nominal verdient. Es trifft also viele Steuerzahler, deren wirtschaftliche Lage sich real verschlechtert. Dieser Effekt wird „kalte Progression“ oder auch „fiskalische Dividende“ genannt.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Eine Analyse von Steuerfachleuten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) veranschaulicht ihn nun mit aktuellen Zahlen: Allein im laufenden Jahr werde der Fiskus durch die kalte Progression mindestens 10 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen erzielen – bei „vorsichtiger Schätzung“, wie sie in der noch unveröffentlichten Publikation schreiben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Gas geben: Minister Habeck hat ein Konsortium mit TES-Geschäftsführer Alverà (rechts) ausgewählt, um in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal zu bauen.

          Gasexperte Alverà : „Es gäbe genügend Gas für Europa“

          In diesem Jahr gibt Europa 1000 Milliarden Euro zusätzlich für seine Energie aus. Der Gasexperte Marco Alverà hat ein Rezept, wie Europa seine Gasversorgung schnell stabilisieren kann.
          Ein städtischer Wideraufbautrupp in Mykolaiv 60 Kilometer südöstlich von Cherson Ende August

          „Referenden“ in der Ukraine : „Ich gehe da nicht hin“

          Putin will Russlands Eroberungen im Osten und Süden der Ukraine annektieren. Dafür soll es jetzt fingierte Volksabstimmungen geben, aber eine Frau in Cherson sagt Nein. Ein Protokoll.
          Ab Juli 2023 werden keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben.

          Ende eines Zahlungsmittels : Bye-bye, EC-Karte

          Eines der liebsten Zahlungsmittel der Deutschen wird abgeschafft: Bald gibt es keine Karten mit Maestro-Funktion mehr. Woran das liegt und was das für Kunden bedeutet.