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Inflation im Fokus : Großhandelspreise sinken erstmals seit knapp zwei Jahren

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Lager mit Textilien in Italien: Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Bild: dpa

Seit Oktober 2020 sind die Großhandelspreise jeden Monat gestiegen. Jetzt sind sie zum ersten Mal wieder gesunken. Doch das ist noch keine Inflations-Entwarnung für Privathaushalte.

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          Die Preise im deutschen Großhandel sind im Juli erstmals seit mehr als anderthalb Jahren wieder gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sanken sie um 0,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Das war der erste Rückgang seit Oktober 2020. Dafür sorgte etwa die Entwicklung der Preise für Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel, die saisonal bedingt 8,4 Prozent günstiger zu haben waren. Erze, Metalle und Metallhalbzeug waren 4,9 Prozent preiswerter, ebenso Altmaterial und Reststoffe (-2,7 Prozent).

          Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahm der Preisanstieg im deutschen Großhandel den dritten Monat in Folge ab. Die Preise stiegen im Juli um durchschnittlich 19,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Im April hatte es mit 23,8 Prozent noch das größte Plus seit Beginn der Berechnungen 1962 gegeben, seither lässt der Inflationsdruck in diesem Bereich leicht nach. Der russische Krieg gegen die Ukraine hat vor allem Rohstoffe, Energieträger und Lebensmittel deutlich teurer gemacht.

          Preisanstiege im Herbst trotzdem möglich

          Die Preise im Großhandel für Mineralölerzeugnisse zogen im Juli um 53,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Besonders kräftige Anstiege gab es auch für feste Brennstoffe (+92,9 Prozent) sowie für chemische Erzeugnisse (+41,3 Prozent). Erheblich teurer waren im Großhandel auch Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+38,7 Prozent) sowie Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+33,4 Prozent).

          Die Entwicklung der Preise im Großhandel gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen. Denn der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden, daher landen höhere Kosten am Ende zumindest teilweise bei den Konsumenten. Die Verbraucherpreise sind im Juli um 7,5 Prozent und im Juni um 7,6 Prozent gestiegen, nachdem teure Energie die Inflationsrate im Mai mit 7,9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren getrieben hatten.

          Der staatliche Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr sorgten zuletzt für ein wenig Entlastung, doch halten Ökonomen im Herbst wegen stark steigender Gaspreise zweistellige Teuerungsraten für möglich. Die Höhe der Gasumlage soll diesen Montag festgelegt werden.

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