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Lohnpolitik : Wer treibt hier die Preise hoch?

Auf den Barrikaden: Der Kölner Ford-Streik im Jahr 1973 brachte die Bänder zum Stillstand. Bild: ullstein bild - Klaus Rose

Mit der Inflation ist ein alter Begriff zurückgekehrt: Lohn-Preis-Spirale. Vor 40 Jahren trieben die Gewerkschaften sie kräftig an. Heute eilt ihnen der Staat voraus – und nicht nur er. Wer ist noch beteiligt?

          6 Min.

          Die IG Metall hatte in ihren Branchen gerade erst ein Lohnplus von 8,5 Prozent durchgesetzt. Aber in den Belegschaften erntete sie damit nicht etwa Lob für einen guten Tarifabschluss – es herrschte miese Stimmung. Auf einer Versammlung von 1000 IG-Metall-Funktionären in der Kölner Flora brach diese Anfang 1973 dann auch in deren Reihen durch. Der Tarifabschluss sei „völlig unzureichend angesichts der galoppierenden Inflation“. So fasst ein Rückblick der „Metallzeitung“ die damalige Diskussionslage zusammen.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die IG Metall steckte in einer Zwickmühle: Der Unmut in den Belegschaften hatte zwei Ursachen. Neben der Inflation trug eine neue Proteststimmung in der stark gewachsenen Gruppe sogenannter Gastarbeiter dazu bei – die sich mit ihren Interessen weder von der Gewerkschaft noch von sonst wem vertreten sahen. Und so kam eine Welle „wilder Streiks“ in Gang. Trotz tariflicher Friedenspflicht und ohne aktives Zutun der IG Metall probten Beschäftigte den Aufstand.

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