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Inflation : Das Zaudern der Großen

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt Bild: dpa

In der Geldpolitik gehen kleine Länder mit steigenden Leitzinsen voran. Die Fed und die EZB zögern. Wer behält recht?

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          Im Umgang der Zentralbanken mit dem aktuellen Anstieg der Inflationsraten lassen sich zwei Lager unterscheiden. Die großen Zentralbanken neigen unter Führung der amerikanischen Federal Reserve zur Annahme, dass sich die Inflationsraten ab dem kommenden Jahr wieder zurückbilden werden und die Geldpolitik aufgerufen bleibt, die Stimulierung der Wirtschaft nicht aus dem Blick zu verlieren. In mehreren kleinen Ländern dagegen gehen die Zentralbanken mit Leitzinserhöhungen gegen die Inflation vor.

          In Kommentaren ist die Ankündigung der Fed, ihre Anleihekäufe allmählich zu reduzieren, als Indiz für eine große Wende hin zu einer strafferen Geldpolitik verstanden worden. Dem ist nicht so. Anleihekäufe besitzen in Zeiten guter Konjunktur fast keine Wirkung, aber Leitzinserhöhungen, die eher wirkten, sind auf absehbare Zeit in den Vereinigten Staaten noch nicht zu erwarten. Die Fed hält, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, die Entwicklung am Arbeitsmarkt offenbar für wichtiger als mögliche Inflationsgefahren, die sie lieber kleinredet. Angesichts eines soliden Wirtschaftswachstums und einer Inflationsrate von gut fünf Prozent bleibt die amerikanische Geldpolitik ex- pansiv. Das zeigt auch die Reaktion an den Finanzmärkten; die Aktienkurse sind gestiegen und die Anleiherenditen gefallen.

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