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Ineffiziente Klimapolitik : Extrem viel Geld für wenig Effekt

  • -Aktualisiert am

Gletscher brechen, der Klimawandel findet statt. Trotzdem sind Horrorszenarien fehl am Platz Bild: dpa

Eine unbequeme Wahrheit: Europa gibt mehrere Billionen Euro dafür aus, den Temperaturanstieg um 0,05 Grad zu bremsen. Zeit für eine rationale Politikwende!

          Der neue Bericht des UN-Weltklimarates IPCC war nicht von Panik und Katastrophen geprägt, die leider vielfach die Klimadebatte dominieren und damit zu einer extrem kostspieligen, aber ineffektiven Politik führen. Das IPCC hat klargestellt, dass die globale Erwärmung real ist und weitgehend vom Menschen verursacht ist. Aber der neue Bericht unterstützt nicht die Angstmacherszenarien von bis zu 5 Grad Temperaturanstieg, die einige Klimaaktivisten und -politiker verbreiten. Der Anstieg im 21. Jahrhundert soll laut IPCC nun bei 1 bis 3,7 Grad liegen. Auch mit Blick auf den Meeresspiegel hat der Bericht alarmistische Behauptungen abgefertigt, wonach dieser 1 bis 2 Meter oder noch viel höher steigen werde.

          Die unterschiedlichen Szenarien des IPCC prognostizieren nun im Durchschnitt einen Anstieg von 40 bis 63 Zentimetern, nach den extremen Schätzungen könnten es am unteren Rand 26 Zentimeter, am obersten Rand auch 82 Zentimeter werden. Seit 1980 hat der Durchschnitt aller Klimamodelle den tatsächlichen Temperaturanstieg um 71 bis 159 Prozent überschätzt. Das heißt nicht, dass es nicht ein wenig globale Erwärmung gibt, aber die Horrorszenarien werden damit unwahrscheinlicher. In den vergangenen 15 Jahren gab es sogar fast keine Erwärmung. Unsere Klimadebatte ist zu lange von Weltuntergangspropheten beherrscht worden.

          Vor einigen Jahren präsentierte der frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore, der 2007 gemeinsam mit dem IPPC den Friedensnobelpreis bekam, seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit“. Darin sah man, wie sich das Meer um mehr als 6 Meter gewaltig anhebt und schließlich Florida überschwemmt, ebenso Peking und Bangladesch. Der Film hat fürchterliche Ängste geweckt, doch hat er keine Basis in der Realität. Angstmacherei und Panik sind sicherlich nützlich, um die Bevölkerung aufzurütteln oder um Stimmen und Unterstützung für eine bestimmte Politik zu gewinnen. Aber sie sind schlechte Ratgeber für eine rationale, kluge Politik.

          Globaler Wohlstandsgewinn

          Der nun prognostizierte Meeresspiegelanstieg ist eine deutlich handhabbarere Herausforderung. In den vergangenen 150 Jahren ist das Meeresniveau ungefähr um 30 Zentimeter gestiegen. Unsere Vorfahren, mit weniger Ressourcen und weniger technischem Wissen ausgestattet, haben diese Herausforderung gemeistert. In einer Liste globaler Probleme des 20. Jahrhunderts würde der Meeresspiegelanstieg wohl kaum erwähnt werden. Was wir in der Klimadebatte brauchen, ist eine Rückkehr zu Rationalität und Realismus. Der Klimawandel findet statt und hat ab einem Temperaturanstieg von etwas über 2 Grad einen insgesamt schädlichen Einfluss, wie die Ergebnisse ökonomischer Modelle zeigen, die Professor Richard Tol von der Universität von Sussex und der Freien Universität Amsterdam ausgewertet hat („Targets for global climate policy: An overview“, in: „Journal of Economic Dynamics and Control“, Mai 2013).

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