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Indischer Unternehmer : Multimilliardär Cyrus Mistry stirbt bei Autounfall

Zu Lebzeiten war Cyrus Mistry ein einflussreicher Manager. Bild: EPA

Die Nachricht vom Unfalltod des 54 Jahre alten Mistry sorgt für Trauer auf dem indischen Subkontinent. Bis zuletzt lag der Industrielle im Clinch mit dem ebenfalls sehr einflussreichen Tata-Clan.

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          Einer der großen Erben und Unternehmer Indiens ist früh gestorben. Cyrus Mistry, der bis 2016 das bedeutendste Konglomerat des Subkontinents führte, starb am Sonntagnachmittag bei einem Autounfall in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Bombay (Mumbai). Mit ihm starb ein Freund, während die Fahrerin und ihr Ehemann den Unfall in ihrem Mercedes überlebten. Ministerpräsident Narendra Modi sprach mit Blick auf Cyrus Mistry von einem „großen Verlust für Handel und Industrie“.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Die Mistry-Familie hatte erst vor wenigen Wochen mit Pallonji ihren 93 Jahre alten Patriarchen verloren, der über ein Eigentum von rund 29 Milliarden Dollar verfügte. Die Shapoorji Pallonji Group wurde 1865 gegründet und entwickelte Infrastruktur und zahlreiche Bauwerke Indiens. Bekannt wurden die Milliardäre über Indien hinaus, weil sie sich in den vergangenen Jahren eine bittere Fehde mit dem Tata-Konzern lieferten: Auch die Familie-Tata zählt zur Glaubensgemeinschaft der Parsen. Zudem sind beide Clans über Ehen verbunden.

          Cyrus Mistry, vom letzten Tata-Konzernchef Ratan Tata als sein Nachfolger handverlesen, hielt sich nur vier Jahre an der Spitze des riesigen Konzerns – dann setzte ihn Ratan Tata selber und sehr unschön wieder vor die Tür. Und dies, obwohl die Mistry-Familie als größter Einzelaktionär 18,5 Prozent an der Konzernholding Tata Sons hält.

          Auf den Rauswurf folgte eine öffentliche Schlammschlacht auch vor Gericht, die Cyrus Mistry im vergangenen Jahr endgültig verlor. Damit wurde ihm praktisch auch untersagt, sich von einem rund 30 Milliarden Dollar schweren Aktienpaket an Tata zu trennen. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Shapoor engagierte sich der Vater zweier Kinder im Infrastrukturentwickler SP Group. Auch gründeten die Brüder den Wagniskapitalgeber Mistry Ventures.

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